Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 09.01.2019


Gesellschaft

Kitzbühel: Wenn das Parken zur Charakterfrage wird

Zwischen Weihnachten und Dreikönigstag versank Kitzbühel unter einer Verkehrslawine. Vor allem der Wildparker wird man nicht Herr.

Parken, wo es gerade passt. Zwischen den Feiertagen sind die Falschparker in Kitzbühel besonders dreist. Eine Lösung für das Problem ist derzeit nicht in Sicht.

© AngererParken, wo es gerade passt. Zwischen den Feiertagen sind die Falschparker in Kitzbühel besonders dreist. Eine Lösung für das Problem ist derzeit nicht in Sicht.



Von Harald Angerer

Kitzbühel – „Irgendwann ist die Stadt halt einfach voll“, bringt es Peter Burgmann, Chef der Stadtpolizei Kitzbühel, auf den Punkt. Die Stadt hat wieder zwei verkehrsintensive Wochen hinter sich, mit Stau und Unmengen an Falschparkern. „Auch wenn der Verkehr heuer gefühlt etwas flüssiger war, kommen wir an die Kapazitätsgrenze“, sagt der Stadtpolizei-Chef. Der Stau von und nach Kitzbühel war zwischen den Feiertagen damit ein ständiger Begleiter.

Ein besonderes Ärgernis sind außerdem die zahllosen Falschparker. „Man hat das Gefühl, dass die wirklich überall parken und es ihnen auch völlig egal ist“, ärgert sich eine Kitzbühelerin. Eine Feststellung, die auch Burgmann nicht widerlegen kann und will. So hat die Stadtpolizei zwischen Weihnachten und Dreikönigstag nicht weniger als 416 Beanstandungen gezählt. Davon sind 180 Anzeigen und 236 Organstrafen. „Man kann aber davon ausgehen, dass der Anteil der Anzeigen noch steigen wird“, weiß Burgmann aus Erfahrung.

Die oft zu hörende Kritik, dass vor allem Einheimische gestraft würden, weist er allerdings zurück: „Das stimmt natürlich nicht“, betont Burgmann und legt auch Zahlen vor. So betreffen von den 416 Beanstandungen immerhin 179 deutsche Staatsbürger. Die nächstgrößere Gruppe sind die Schweizer, hier gebe es aber keine genauen Zahlen. Nicht aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen lediglich 14 Fahrzeughalter.

Eine Lösung für das Problem mit den Falschparkern hat Burgmann allerdings nicht. „Denen tun die 20 Euro Parkstrafe nicht weh, die lachen da nur drüber“, sagt der Stadtpolizei-Chef. Und auch sein Kollege von der Bundespolizei, Hermann Wallensteiner, Kommandant der PI Kitzbühel, ist an diesem Punkt ratlos. In dieser Zeit sei es in Kitzbühel einfach schwierig. „Wir sind bemüht, viel unterwegs zu sein und die Falschparker zu strafen. Aber das ist nicht unsere eigentliche Aufgabe, wir haben auch Wichtigeres zu tun, als die Falschparker zu kontrollieren“, sagt Wallensteiner. So sei es in der Hauptsaison ein enormes Aufkommen an Einsätzen. „Unsere Personaldecke ist hier nicht groß genug, um alles abzudecken“, sagt Wallensteiner. Die Aufnahme eines Unfalls sei zum Beispiel wichtiger als die Falschparker. „Auch wenn mancher Lokalpolitiker glaubt, es sei die Aufgabe der Bundespolizei, die Gemeindestraßen zu kontrollieren, ist es doch mehr die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit“, sagt Wallensteiner. Dennoch sei man aber bemüht, so oft wie möglich auch die Falschparker zu kontrollieren.