Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 09.01.2019


Gesellschaft

Bergrettung mit internen Problemen

Nach der Kündigung von Geschäftsführer Peter Veider betont die Landesleitung der Bergrettung, an einer einvernehmlichen Lösung interessiert zu sein.

Bergrettungs-Geschäftsführer Peter Veider.

© Thomas Boehm / TTBergrettungs-Geschäftsführer Peter Veider.



Von Irene Rapp und

Nikolaus Paumgartten

Innsbruck – Am Dienstag wurde die Kündigung von Bergrettungs-Geschäftsführer Peter Veider durch die vierköpfige Landesleitung der Bergrettung bekannt. Wenige Stunden später schickte Veider ein Mail aus mit seiner Sicht der Dinge. „Wo viel gearbeitet und gehobelt wird, da fallen auch die Späne. Und es gibt bei Neuentwicklungen auch verschiedene Kinderkrankheiten“, schließt der 63-Jährige dieses Schreiben.

Damit dürfte der langjährige Geschäftsführer und Ausbildungsleiter einen Punkt angeschnitten haben, der ein Grund für interne Differenzen gewesen sein könnte. Im Frühjahr hatte die Bergrettung nämlich eine Rückhol- aktion für ein von ihr entwickeltes Sicherungsset gestartet. „Es gab Auffassungsunterschiede, was den Generationenwechsel und technische Entwicklungen betrifft“, sagt dazu Bergrettungs-Landesleiter Hermann Spiegl. Denn offiziell wird als Grund für die Umstrukturierungen ein Generationenwechsel angeführt. Dass es Meinungsverschiedenheiten gegeben hätte, was die Ausrichtung der Bergrettung betrifft, betont auch Veider. „Zwei Jahre vor der Pensionierung gekündigt zu werden, ist allerdings ein großer Schock“, so Veider. Von Seiten der Landesleitung strebt man nun jedoch eine einvernehmliche Lösung an. „Bis Ende 2019 ist Veider noch angestellt“, sagt Spiegl. Ab 2020, wenn er zur Polizei zurückkehre, wo Veider karenziert ist, wolle man mit Abschlagszahlungen die Differenz des Gehalts ausgleichen.

Der politisch für das Bergrettungswesen zuständige Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler (VP) will die Interna des Vereins nicht näher kommentieren, lobt aber die Verdienste von Veider. Er habe versucht, zwischen Landesleitung und Geschäftsführung zu vermitteln, wenn das Verhältnis aber nachhaltig gestört ist, sei ein Wechsel das Beste, so Geisler weiter. Das Land fördert die Bergrettung jährlich mit 930.000 Euro. Das Geld dient u. a. als Zuschuss für Anschaffungskosten der Ausrüstung für die Mitglieder.

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