Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 10.01.2019


“Grenzenlos Helfen“

Erste Schritte in ein selbstbestimmtes Leben

Dank der Unterstützung von „Grenzenlos Helfen“ kann Eric laufen. Nur

eines von vielen Schicksalen, derer sich die Tiroler Organisation annimmt.

Als Elisabeth Cerwenka den kleinen Eric im April 2018 besuchte, war er noch auf seinen Rollstuhl angewiesen.

© CerwenkaAls Elisabeth Cerwenka den kleinen Eric im April 2018 besuchte, war er noch auf seinen Rollstuhl angewiesen.



Wörgl, Ntronang – Es sind nur ein paar kleine Schritte – doch für den kleinen Eric und seine Mutter bedeuten sie den Beginn eines neuen Lebens. Der der Bub aus Ntronang in Ghana ist Spastiker, konnte weder gehen noch sprechen. Heute macht der Junge täglich Fortschritte – möglich ist dies durch die Unterstützung von Elisabeth Cerwenka. Seit Jahren setzt sich die Wörglerin für Menschen in Ghana ein, engagiert sich beim Bau von Schulen und Krankenhäusern und kümmert sich um tragische Einzelschicksale.

Heute kann der Junge bereits einige Schritte alleine gehen.
Heute kann der Junge bereits einige Schritte alleine gehen.
- Cerwenka

Als die Tirolerin bei einem Besuch im Dorf Ntronang vor einigen Jahren auf Eric traf, lag er am Boden. Es gab keinen Rollstuhl, manchmal trug ihn seine Mutter auf ihrem Rücken durch die Gegend. Für Cerwenka war klar – die beiden brauchen Hilfe. So organisierte Cerwenka mit ihrer Hilfsorganisation „Grenzenlos Helfen“ einen Rollstuhl und zog Orthopäden, Neurologen und Logopäden zu Rate. Die Arztbesuche, Medikamente, Bus- und Übernachtungskosten hätte sich die alleinerziehende Mutter ohne Unterstützung nicht leisten können. „Erics Mutter machte sich mit ihm auf den Weg in die Hauptstadt Accra, da nur dort – wenn überhaupt – Hilfe möglich war. Jede Therapie dauerte mindestens eine Woche. Sie mussten in Accra während dieser Zeit eine Bleibe finden, auch diese Kosten wären für Erics Mama nicht leistbar gewesen“, schildert Cerwenka.

Es folgten über Jahre regelmäßige Therapien, Kontrollen, Eric erhielt Medikamente und absolvierte seine Übungen zuhause. „Kleinste Fortschritte in den Armbewegungen hat es schnell gegeben. Im April 2018 habe ich Eric wieder besucht“, so die Pensionistin. Zu diesem Zeitpunkt saß der Junge noch im Rollstuhl, ohne eine Verbesserung der Beinfunktion. Heute aber macht er seine ersten Schritte bereits ohne fremde Hilfe.

Möglich sei dies nur dank der vielen Spender, spricht Cerwenka ihren Dank diesen gegenüber aus. Erst im Dezember gab es im Komma Wörgl wieder ein großes Benefizkonzert, bei dem knapp 10.500 Euro hereinkamen. Auch die Feuerzeugaktion der Wörgler Sito-Bar brachte im vergangenen Jahr wieder etwas mehr als 600 Euro ein. Für zwei Euro können Gäste die Feuerspender erwerben. Diese werden von den Besuchern weltweit fotografisch in Szene gesetzt.