Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 10.01.2019


Bezirk Kitzbühel

Kitz-Air hofft auf grünes Licht für fixen Heli-Port

Die UVP läuft schon seit Monaten. Der provisorische Stützpunkt in Erpfendorf muss wegen des vielen Schnees dauerbeheizt werden.

Zelt statt Hangar: Kitz-Air-Geschäftsführer Georg Schuster hofft auf eine Genehmigung eines fixen Stützpunkts im Kirchdorfer Ortsteil Erpfendorf im ersten Viertel des heurigen Jahres.

© Harald AngererZelt statt Hangar: Kitz-Air-Geschäftsführer Georg Schuster hofft auf eine Genehmigung eines fixen Stützpunkts im Kirchdorfer Ortsteil Erpfendorf im ersten Viertel des heurigen Jahres.



Von Michael Mader

Kirchdorf – Alle geforderten Gutachten sind eingeholt, jetzt wartet Kitz-Air-Geschäftsführer Georg Schuster nur noch auf die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für einen fixen Stützpunkt in Erpfendorf.

Wie berichtet, will der Pilot dort einen Lande- bzw. Startplatz, ein Gebäude mit angeschlossenem Hangar für zwei Hubschrauber, ein Bürogebäude und eine Tankstelle für die Hubschrauber bauen lassen. Insgesamt wird eine Fläche von 4000 Quadratmetern beansprucht.

Die derzeitige Situation ist nämlich alles andere als befriedigend: Seit geraumer Zeit wird der Flugbetrieb von einem Provisorium aus betrieben, und das ist gerade derzeit alles andere als leicht. „Wir tragen leider zur Klimaerwärmung bei“, sagt Schuster auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung. Wegen der Schneemassen muss das Zelt nämlich ständig stark geheizt werden, damit der Schnee vom Dach schmilzt. Der Flugbetrieb sei aber gewährleistet, „gerade durch die Mithilfe der Landesregierung funktioniert das“, ist Schuster auch bei Lawinenerkundungsflügen unterwegs.

Ursprünglich hatte der Kitz-Air-Geschäftsführer mit einem Abschluss des Verfahrens im Herbst des Vorjahres gerechnet. Noch heißt es aber warten. Schuster hofft nun auf einen Bescheid im ersten Quartal des heurigen Jahres, weiß aber, dass das Verfahren komplex und kompliziert ist.

„Der erste Antrag der Firma Kitz-Air enthielt nicht alle erforderlichen Unterlagen. Im April 2018 wurden weitere Projektunterlagen vorgelegt, die in der Folge auf ihre Vollständigkeit geprüft wurden, worauf vonseiten des Landes Tirol mehrfache Aufforderungen zur Vervollständigung der Unterlagen erfolgten. Eine Gesamtunterlage ist zuletzt im Juni 2018 mit Aktualisierungen im Oktober erfolgt. Überdies wurden mehrfach Änderungen und Modifizierungen des Vorhabens vorgenommen“, heißt es in einer Stellungnahme des Landes. Ein Verfahren könne fortgesetzt werden, wenn vollständige und von den Sachverständigen beurteilbare Unterlagen vorliegen.

Der Bau eines fixen Stützpunkts in Erpfendorf ist im Übrigen nicht ganz unumstritten: Im Mai 2017, als die Pläne öffentlich wurden, forderten die Grünen des Bezirks Kitzbühel, eine Genehmigung zu verweigern. Im Bezirk bestehe kein öffentliches Interesse für einen weiteren privaten Hubschrauberstützpunkt. Es sei für das bestehende Provisorium bereits wertvolles und schützenswertes Feuchtgebiet geopfert worden, hieß es damals. Positive Signale hingegen kamen von der Gemeinde Kirchdorf – diese begrüßte die Ansiedlung.