Letztes Update am Mo, 14.01.2019 07:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


27. Tirolerball

Tirolerball: Telfer nahmen Wiener Rathaus im Sturm

Der 27. Tirolerball, den die Marktgemeinde Telfs mit dem Tirolerbund in Wien ausrichtete, begeisterte an die 2000 Besucher. Der vielfältige Mix aus kerniger Tradition und urbaner Modernität ging voll auf.

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© Fotos: Domanig, Bernhard Stelzl Mehr Fotos vom 27. Tirolerball finden Sie in der Bildergalerie.



Von Michael Domanig

Wien, Telfs – „Wenn Telfs ruft, dann kommen sie alle“, strahlte BM Christian Härting vor der Eröffnung des 27. Tirolerballs im Wiener Rathaus. Und er hatte Recht: Rund 1900 Ballbesucher waren die verdiente Belohnung dafür, dass sich die Marktgemeinde als Ausrichterin des heurigen Ball-Highlights seit weit über einem Jahr voll ins Zeug gelegt hatte – gemeinsam mit dem Tirolerbund in Wien.

Die Telfer waren mit dem Anspruch angetreten, Tradition und urbane Modernität zu vereinen (abzulesen am Ballmotto „TELfs calling – kimmsch mit?“) – und dieses Konzept ging voll auf: Auch der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig, für den es der erste Tirolerball war, zeigte sich schwer beeindruckt: Der schneidige Landesübliche Empfang im Innenhof des Rathauses – samt Ständchen des Männergesangsvereins Liederkranz – wusste ebenso zu begeistern wie der farbenprächtige Fahneneinzug der Telfer Traditionsvereine im Festsaal, angeführt von der Schützenkompanie Telfs unter Hauptmann Franz Grillhösl. Transparente mit den Fahnen der 86 in Telfs vertretenen Nationen sandten dabei ein Zeichen der Vielfalt aus.

„Telfs gibt hier ein sensationelles Bild ab – und das ist euer Verdienst“, rief BM Härting in Richtung der rund 300 Aktiven, die den Ball gestalteten: „Wir haben Wien eingenommen.“ Wobei die Tiroler natürlich „in friedlicher Absicht“ gekommen seien, wie LH Günther Platter lachend zu Ludwig meinte. Klar sei aber auch eines: „Ohne Tirol geht in Österreich nix!“

Moderator Gregor Bloéb aus der Telfer Nachbargemeinde Pfaffenhofen hatte die Lacher auf seiner Seite, fiel doch der Ball ausgerechnet auf den Geburtstag seiner Frau Nina Proll: „Ich habe für dich das Wiener Rathaus gemietet – mit 2000 deiner engsten Freunde“, scherzte er.

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Die Stimmung blieb so ausgelassen: Nach dem Auftanz mit dem Trachtenverein Obsteig wurde das Tanzparkett sofort gestürmt – und blieb bis tief in die Nacht hinein bestens gefüllt.

Kein Wunder: Die Telfer waren mit nicht weniger als sieben Musikkapellen und Ensembles angereist – wobei die Marktmusikkapelle von Musikern aus der Partnergemeinde Lana unterstützt wurde.

Unter den Ballgästen war natürlich viel Prominenz: Bischof Hermann Glettler und Dompfarrer Toni Faber unterhielten sich ebenso blendend wie etwa Elisabeth Gürtler, die 2. Nationalratspräsidentin Doris Bures, Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann, LR Hannes Tratter, Bezirkshauptmann Herbert Hauser, Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser, Landespolizeidirektor Helmut Tomac, Landesfeuerwehrkommandant Peter Hölzl oder TV-Satiriker Peter Klien. Dazu kamen stattliche Delegationen aus Nationalrat, Landtag und vielen Tiroler Gemeinden, ebenso Schützenvertreter aus Tirol, Südtirol und dem Trentino.

Zur facettenreichen „Leistungsschau“ der Traditions-, Wirtschafts-, Sport- und Kulturgemeinde Telfs geriet dann die Mitternachtseinlage: Herolde, Schleicher und Laninger gaben einen Vorgeschmack auf das große Telfer Schleicherlaufen 2020, während die Tiroler Volksschauspiele mit einer Szene aus dem Mitterer-Stück „1809 – mein bestes Jahr“ für kritische Zwischentöne sorgten. Die Football-Urgewalt der Telfs Patriots traf auf atemberaubende Cheerleader-Akrobatik (der auch Probleme mit der Tonanlage nichts anhaben konnten). Danach versprühten die jungen Musiker vom Steeldrum-Orchester PANergy karibisches Flair – so mitreißend, dass das Publikum sie gar nicht mehr ziehen lassen wollte.

Auch am Sonntag „danach“ wartete dichtes Programm: Auf die Kranzniederlegung beim Andreas-Hofer-Denkmal am Südtiroler Platz folgten ein Festzug und eine Messe im Stephansdom, zelebriert von Bischof Glettler, Dompfarrer Faber und dem Telfer Dekan Peter Scheiring. In der Hofburg übergaben die Telfer am Ende die Ballfahne an die Region Lienzer Talboden, die den Tirolerball 2020 ausrichten wird. Eines ist klar: Mit diesem Auftritt hat Telfs gewaltig vorgelegt.