Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 15.01.2019


Osttirol

Tradition neu aufgelegt: “Holzfiahn“ wie anno dazumal

Damit die alte Tradition nicht in Vergessenheit gerät, veranstaltet die Bauernschaft der Glocknergemeinde das „Kalser Holzfiahn“.

Historische Aufnahme aus Kals: Das „Holzfiahn“ hat eine lange Tradition.

© Rosa UnterguggenbergerHistorische Aufnahme aus Kals: Das „Holzfiahn“ hat eine lange Tradition.



Von Catharina Oblasser

Kals – Wenn das Holz im Wald geschlägert und getrocknet ist, laden die Bauern es auf Pferdeschlitten und lassen es von ihren starken und robusten Norikern zur Säge ziehen. Was wie eine Erzählung von anno dazumal klingt, wird am Sonntag, den 20. Jänner, in Kals zur Wirklichkeit. Da veranstaltet die Bauernschaft der Glocknergemeinde das „Kalser Holzfiahn“.

„Wir wollen nicht, dass dieses alte Handwerk in Vergessenheit gerät“, begründet Philipp Jans von der Kalser Ortsbauernschaft. „Außerdem soll damit die Zucht der Norikerpferde, die diese Schlitten ziehen, in den Vordergrund gestellt werden.“ Nicht zuletzt ist die Veranstaltung auch ein nicht alltägliches Erlebnis für die Zuschauer, egal, ob Gäste oder Einheimische. Vor mehreren Jahren hat ein solches „Holzfiahn“ bereits im Debanttal stattgefunden und große Begeisterung ausgelöst.

„Der Schlitten wird immer nur von einem Pferd gezogen, da die Wege früher sehr schmal waren“, erklärt Jans. Er selbst wird mit seiner siebenjährigen Stute Laura am traditionellen Holztransport teilnehmen. Neben Jans sind weitere Teilnehmer aus Osttirol mit dabei. Erwartet werden auch Fuhrleute mit ihren Gespannen aus Oberkärnten, Südtirol und dem Pinzgau.

Am Sonntag geht es um 9 Uhr im Kalser Ortsteil Lesach los. Da treffen die Gespanne ein, die Schlitten werden beladen. Ab Mittag machen sich die einzelnen Teilnehmer über den „Lesachtal Schattseitenweg“ auf zum Zielbereich auf der „Parte“, dem Auslauf der Rodelbahn Fallwindes. Dort wird jedes Gespann einzeln präsentiert. Die Kalser Bauern freuen sich auf viele begeisterte Zuschauer.