Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 16.01.2019


Bezirk Landeck

Rollbob-Baustelle am Venet ist rotes Tuch für Variantenfahrer

Variantenfahrer kritisieren, dass die Rollbob-Baustelle unzureichend gesichert sei. Den Bergbahnchef ärgern Skifahrer, die Sperren ignorieren.

Laut Venetbahn wurde der Bereich gesperrt.

© ReichleLaut Venetbahn wurde der Bereich gesperrt.



Von Matthias Reichle

Landeck, Zams – Metallstangen, die mit der Spitze aus dem Schnee herausstehen, überschneite Metallschienen – und mehrere Skispuren, die daran vorbeiführen. Diese Bilder von der eingeschneiten Baustelle der Rollbob­anlage am Venet, dem sogenannten Venetbob, geistern derzeit durchs Internet. „Hoffentlich passiert da nix“, lautet einer der Kommentare darunter. „Das schaut ja wild aus.“ Wie berichtet, wurde der Bau der neuen „Sommerrodelbahn“ durch den Winter gestoppt. Wie Skifahrer schildern, sei die Baustelle im Bereich der Weinbergbahn nur unzureichend gesichert und die Gefahr, dass sich ein Variantenfahrer verletzt, enorm. Trotz mehrfacher Reklamation hätten die Betreiber nichts getan, so die Kritik. Die Fotos sorgten für einige Aufregung und auch Ärger auf Facebook.

Auch der Vorstand der Venetbahnen, Werner Millinger, ärgert sich – aber aus anderen Gründen. Er kritisiert „rücksichtslose“ Variantenfahrer, die in den gesperrten Bereich einfahren. „Für mich ist unverständlich, warum man noch bei Warnstufe 4 abseits der Piste fährt.“ Zumal es sich bei der Fläche rund um die Baustelle nicht um freien Skiraum handle, sondern sogar um einen gesperrten Bereich. Er widerspricht auch, dass die Anlage zu wenig gesichert sei. Das Areal sei oben mit einem Netz und entlang der Piste mit einem Band und alle 50 Meter mit Warnschildern abgetrennt. „Es fahren immer wieder Leute ein. Wir können da nichts machen.“ Wie Millinger erklärt, sei die Absperrung durch die enormen Schneemengen aber auch eingeweht worden. Das bestätigt sich gestern beim Lokalaugenschein am Venet. Zum Teil schauen vom Zaun entlang der Pisten nur noch die Spitzen heraus. Im Netz sorgten die Warnungen für unterschiedliche Reaktionen. Unverständlich sei, warum die Baustellenteile nicht separat gesichert seien, ärgerte sich einer. Kritik gab es auch, weil durch den Rollbob ein großes Stück freier Skiraum verlorengehe. Hier sei man dabei, eine ausgewiesene Skiroute einzurichten, die in Zukunft den Rollbob an zwei Stellen quert, so Millinger.