Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 18.01.2019


Bezirk Schwaz

Großangelegte Studie: Wo soll sich Schwaz hinentwickeln?

Vor 19 Jahren erstellte die Uni Innsbruck eine Studie zur Silberstadt und ihren Potenzialen für die Zukunft. Das Expertenteam schaut nun, was daraus geworden ist, und stellt die Weichen für die nächsten 20 Jahre.

Im gelben Raum steht ein Modell der Stadt Schwaz, wo man positiv oder negativ besetzte Orte markieren und so zur Studie beitragen kann. BM Hans Lintner und Vize-BM Martin Wex (v. r.) haben schon Fähnchen gesetzt.

© fankhauserIm gelben Raum steht ein Modell der Stadt Schwaz, wo man positiv oder negativ besetzte Orte markieren und so zur Studie beitragen kann. BM Hans Lintner und Vize-BM Martin Wex (v. r.) haben schon Fähnchen gesetzt.



Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Er ist quietschgelb, mitten in Schwaz und gefüllt mit Karten, Fotos und einem Modell der Stadt. Die Rede ist vom „Yellow Room“ in der Innsbrucker Straße. Der gelbe Raum soll die Schwazer dazu einladen, sich in die Studie 2040 einzubringen. Er soll eine Schnittstelle zwischen den Experten der Uni Innsbruck, der Stadt und den Einwohnern sein. Aber was kann die Studie Schwaz 2040?

Vor 19 Jahren wurde der gleiche Prozess schon einmal gestartet. Für Schwaz 2020 wurde ein Konzept erstellt, wie sich die Stadt innerhalb von 20 Jahren entwickeln kann. Wo sollen Bildungseinrichtungen, Wohnbau oder Handel Platz finden? Was fehlt der Stadt? Gibt es einen ausgewogenen Branchenmix? Die Studie beschäftigte sich mit allen Bereichen der Stadt. Nun ist die große Frage: Was ist daraus geworden? Wie hat sich Schwaz wirklich entwickelt? Genau dem geht nun wieder ein Expertenteam aus Studenten und Professoren der Uni Innsbruck auf den Grund. Sie evaluieren, was Schwaz aus der Studie gemacht hat, und entwickeln einen Fahrplan für die kommenden 20 Jahre.

Wo heute die Stadtgalerien und das SZentrum stehen, war vor 19 Jahren die brachliegende Tabakfabrik. Ein großes Areal mitten in der Stadt, das ungenutzt war. Die Studie 2020 zeigte, dass dort ein guter Platz für Hochschulen ­wäre. „Die Stadt hat sich aber anders entschieden. Der Handel war damals ein großes Thema für Schwaz. Man kann also nicht sagen, dass es eine schlechte oder gute Entscheidung war, dort ein Einkaufszentrum statt einer Schule zu bauen. Es ergeben sich daraus andere Konsequenzen für die Gemeinde“, erklärt Professor Eric Sidoroff. Wie in der Studie empfohlen, hat man hingegen das Thema Silber in allen Bereichen einfließen lassen. „Das hat sehr zur Identität der Stadt beigetragen“, sagt Sidoroff. Eine Besonderheit sieht der Studienleiter auch in der Kultur: „Die hat sich auf allen Ebenen positiv entwickelt. Schwaz hat da in Tirol ein Alleinstellungsmerkmal.“

Für BM Hans Lintner muss die Studie Schwaz 2040 vor allem Räume zur Entwicklung von Betrieben sowie der Bildung haben, aber es brauche auch Begegnungszonen zum Erholen und Zusammenkommen.

Bis Oktober sollen die Evaluierung der alten und die Erstellung der neuen Studie fertig sein. Vor allem der Bereich Bildung sei eine Herausforderung. „Bildungsbauten wie die Gangschulen von früher funktionieren heute nicht mehr. Man kann aber natürlich nicht sämtliche Schulen neu bauen. Da braucht es Adaptierungen. Man muss Wege finden, um alles zu verknüpfen“, sagt Sidoroff. Daher sei auch die interaktive Zusammenarbeit mit anderen so wichtig. So könne man Synergien schaffen und aus einzelnen Baustellen ein großes Ganzes schaffen.

Daher hat man mit der Stadt auch den gelben Raum eröffnet. Jeden Mittwoch und Donnerstag (während der Uni-Zeiten) können sich Interessierte dort von 10 bis 19 Uhr einbringen. Auch Veranstaltungen sind geplant. Am 29. Jänner findet dort etwa ein runder Tisch zum Thema Wirtschaft statt. Zudem werden in die Studie alle städtischen Mitarbeiter und politischen Akteure, vom Sport, über die Kultur bis hin zu Sozialem, eingebunden.


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