Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 18.01.2019


Innsbruck

Ausnahmezustand: Harter Winter bringt die IVB auf Touren

Unmengen von Schnee, Kälte und ver­eiste Straßenbahnschienen sorgten für einen Ausnahmezustand bei den Verkehrs­betrieben. Die Mitarbeiter gaben alles.

Die anhaltenden Schneefälle in Innsbruck stellten auch die Mitarbeiter der öffentlichen Verkehrsbetriebe vor Herausforderungen.

© IVB/BergerDie anhaltenden Schneefälle in Innsbruck stellten auch die Mitarbeiter der öffentlichen Verkehrsbetriebe vor Herausforderungen.



Von Denise Daum

Innsbruck – Martin Baltes, Chef der Innsbrucker Verkehrsbetriebe, vergleicht die vergangenen Tage mit der Rad-Weltmeisterschaft im September 2018. Nur so um die 30 Grad kälter und mit Schnee statt Sonne; aber es herrschte ebenfalls Ausnahmezustand, der den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel abverlangte. Und sie zusammenrücken ließ, wie Baltes versichert. Die anhaltenden starken Schneefälle machten es beispielsweise auf der 17 Kilometer langen Trasse der Stubaitalbahn notwendig, dass 24 Stunden am Tag die Räumfahrzeuge unterwegs waren. Die Straßenbahnschienen vom Eis zu befreien, sei Millimeterarbeit, wie Baltes weiß. „Das sind filigrane Systeme.“ Die Haltestellen müssen großteils händisch freigeschaufelt werden.

Bei den Bussen stellen im Winter vor allem die Linien H und J – mit unterschiedlichen Wetterzuständen im Norden, am Patscherkofel und in der Innenstadt – eine Herausforderung dar. Die hauseigenen Kfz-Mechaniker waren voll im Kettenmontage-Einsatz oder zumindest im Bereitschaftsdienst. „Unsere Mitarbeiter tun alle mehr, als sie müssten. 95 Prozent der notwendigen Überstunden werden freiwillig gemacht“, freut sich der IVB-Chef über den Zusammenhalt in der Belegschaft.

Lob gibt es auch für die Fahrgäste. Die seien zum überwiegenden Teil sehr geduldig und reagierten auf Verspätungen entspannt, wie Kurt Schmarl, IVB-Leitstellenleiter, erklärt. „Wenn es Beschwerden oder Kritik gab, kamen diese vor allem von Fahrgästen, die keine regelmäßigen Öffi-Nutzer sind. Diese lassen aufgrund der schlechten Fahrbahnverhältnisse ihr Auto stehen, erwarten dann aber, dass die Busse ohne Probleme und auf die Sekunde fahren“, sagt Schmarl.

Die gestrige Wetterberuhigung bringt den IVB eine Verschnaufpause. Für weitere Schneefälle ist man aber in jedem Fall gerüstet.