Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 19.01.2019


Bezirk Kufstein

Kufsteiner FH-Studenten wollen Barrieren einreißen

Kufsteiner Fachhochschule startet eine Woche der Vielfalt und will zum Nachdenken über das Thema Behinderung anregen.

An der Fachhochschule Kufstein wird am Thema Inklusion ständig gearbeitet – unter anderem wird das Blindenleitsystem ausgebaut.

© iStockphotoAn der Fachhochschule Kufstein wird am Thema Inklusion ständig gearbeitet – unter anderem wird das Blindenleitsystem ausgebaut.



Kufstein – Inklusion ist ein Thema, das an der Fachhochschule Kufstein seit Jahren eine eigene Arbeitsgruppe beschäftigt. „Es ist ein Thema, das ständige Verbesserungen benötigt“, sagt Christine Haage, Behindertenbeauftragte der Hochschule. Vieles sei bereits geschehen. Wie zum Beispiel die laufende Beschriftung des Leitsystems für Behinderte. Und heuer wird erstmals das Aufnahmeverfahren auch auf sehkranke Menschen abgestimmt. „Dazu bekommt jeder Bewerber einen eigenen Betreuer“, verrät Haage.

Um das Thema zu vertiefen, „hat eine engagierte Studiengruppe aus Sport-, Kultur- & Veranstaltungsmanagement mit viel Kreativität und Organisationstalent eine erfrischende Auseinandersetzung erzeugt, die mit Kunst, Geschichte, Mitmachstationen, Ausstellungsstücken und einer Team-Challenge spielerisch das Motto beleuchtet“, stellt Haage eine neue Veranstaltungsreihe vor.

Geplant sind eine Kunstausstellung, wobei Exponate der Lebenshilfe und „Rollin Art by Tina Hötzendorfer“ Einblicke in die Schaffenskraft von behinderten Menschen geben und das Thema reflektieren. Zu sehen und zu fühlen gibt es auch eine Diversity Wall. Sie steht symbolisch für die vielfältigen Barrieren, die meist unwissentlich behinderte Menschen ausgrenzen. Jeder Interessierte kann sich darauf mit seinen Gedanken und Wünschen verewigen und mitgestalten. Der symbolische Abbruch findet am 25. Jänner um 12 Uhr statt. Zudem gibt es eine Zeitreise der Inklusion: Dabei begibt man sich auf eine Reise durch die Zeit und kann sich selbst ein Bild anhand von Schautafeln und Exponaten zur Inklusion im Wandel machen.

Alle Stationen sind in der Aula während der Öffnungszeiten der Hochschule vom 21. bis 26. Jänner öffentlich zugänglich. Von 12 Uhr bis 14 Uhr sind auch die Themeninseln von Studenten besetzt. Bei der Station „Sehen“ ist es möglich, zum Beispiel Brettspiele für Blinde selbst auszuprobieren und mit Hilfe der Simulation von Sehschwächen ein Gefühl für dieses Handicap zu bekommen. Eine weitere beschäftigt sich mit dem „Hören“ und dem Leben mit einer Beeinträchtigung bei einer Einschränkung.

Die Woche unter dem Titel „Diversity matters – #itsgoodtobedifferent“ wird nun eine ständige, einmal im Jahr stattfindende Veranstaltungsreihe. „Wobei sich die veranstaltende Studentengruppe das Thema selbst aussuchen kann.“ So wie heuer dies auch geschehen sei. „Daher brennen die Studenten auch für dieses Thema und machen die Veranstaltung sicher zu einem Erfolg“, sagt Haage. (TT, wo)




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