Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 20.01.2019


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Wirte leiden unter Rodel-Kosten: „Da mach‘ ich viele Knödel“

Sicherheit und Präparieren der Rodelbahnen kosten die Wirte heuer einiges. Der Tourismusverband Innsbruck lehnt eine Unterstützung ab.

Traumhafte Bedingungen locken Freizeitsportler auf die Rodelbahnen, die sie gut präpariert vorfinden wollen.

© pixabayTraumhafte Bedingungen locken Freizeitsportler auf die Rodelbahnen, die sie gut präpariert vorfinden wollen.



Von Sabine Strobl

Innsbruck – Derzeit pilgern Rodler, Skitourengeher und Winterradler auf die Almhütten. So auch zu Marc Wiener und Gerry Plangger auf die Sistranse­r Alm. Sie sind Gastronomen und haben eine professionelle Präparierung der Rodelbahn organisiert, zumal sich eine gut betreute Bahn im Netz rasch herumspricht. Mit rund 70 Euro pro Stunde wird kalkuliert, zweieinhalb Stunden sind für die Räumung und Wartung meist nötig. Auf Rat im Dorf hat der Pächter beim Tourismusverband Innsbruck um eine Förderung angefragt. „Wir zahlen ja auch eine Tourismusabgabe. Eine kleine Pauschale für die Schneeräumung wäre eine große Hilfe“, erklären die beiden. Das Anliegen wurde jedoch abgewiesen.

Weiter ins westliche Mittelgebirge. „Da muss ich viele Knödel machen“, meint Monika Marx von der Birgitzer Alm, bis die Kosten der Schneeräumung und Bahnpräparierung erwirtschaftet seien. Mit Traktor und Schneefräsen geht man heuer zu Werke. Auch sie wäre und ist um jede Unterstützung froh, da die Pflege der Bahn ein paar tausend Eur­o koste.

Angaben über aktuelle und ehemalige Zuschüsse seitens des TVB Innsbruck variieren. Doch Christoph Stock, Leiter vom Team Innsbruck Tourismus, stellt klar: „Wir haben für die 23 Rodelbahnen um Innsbruck eine klare Regelung.“ Geht eine Rodelbahn vom Dorf auf eine Hütte, so sorgen die Wirte für die Wartung der Rodelbahn und kommen auch für die Kosten auf. „Eine Ausnahme gibt es. Das ist Rodelbahn in der Axamer Lizum.“ Hier handle es sich sozusagen um eine öffentliche Strecke, die zudem nicht direkt zu einer Almhütte führe. In diesem Fall unterstützt der Tourismusverband die Räumung. Ansonsten kümmere sich der TVB rein um die Vermarktung. Trotzdem kann Stock die nicht immer einfache Situation der Almen nachvollziehen.

Schnee und der Wind haben auch Gotthard Stern von der Juifenalm heuer schon viel Arbeit gebracht. Der Wirt präpariert die Rodelbahn selbst und natürlich sei die Räumung ein großer Posten. „Traktor und Gerät kosten viel, aber das gehört zum Geschäft dazu.“