Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 21.01.2019


Bezirk Kufstein/Kitzbühel

Kümmerer für ältere Menschen

Im Brixental und der Wildschönau können Senioren auf den Case-und-Care-Manager zählen. Er hilft, wenn sie nicht weiterwissen.

BM Paul Sieberer (Hopfgarten), Christian Glarcher (Wohn- und Pflegeheim Hopfgarten), LR Bernhard Tilg, ?Kümmerer? Dietmar Strobl und BM Josef Kahn (Itter, v.?l.) freuen sich über das erfolgreiche Projekt.

© VP TirolBM Paul Sieberer (Hopfgarten), Christian Glarcher (Wohn- und Pflegeheim Hopfgarten), LR Bernhard Tilg, ?Kümmerer? Dietmar Strobl und BM Josef Kahn (Itter, v.?l.) freuen sich über das erfolgreiche Projekt.



Hopfgarten – Er ist ein so genannter „Kümmerer“ und für all jene da, die ihn brauchen. Es geht um Dietmar Strobl aus dem Brixental. Er ist ein Anlaufpunkt für ältere Menschen. Ein Anruf genügt und er ist zur Stelle. Er hilft aber nicht als Pfleger, sondern greift den Senioren bei organisatorischen Aufgaben unter die Arme, wie etwa den Kontakt zu Ärzten oder Therapeuten herzustellen.

In der Betreuung älterer Menschen gibt es im Brixental ein breites Angebot mit einem großen Netz an Versorgungsstrukturen. Bereits 2010 haben sich die Gemeinden Hopfgarten und Itter zusammengetan und das Wissen um die verschiedenen Angebote gebündelt. „Was etwas langsam begonnen hat, startete 2016 als Case-und-Care-Management Brixental/Wildschönau“, berichtet Hopfgartens Bürgermeister Paul Sieberer.

Strobl hat diese Arbeit übernommen und wird mittlerweile als so genannter „Kümmerer“ für die Gemeinden Wildschönau, Itter, Hopfgarten, Westendorf, Brixen, Kirchberg und Reith angesehen. „Bei meiner Arbeit geht es um grundsätzliche Information über das Betreuungsangebot, Unterstützung bei der Antragstellung von Förderansuchen oder auch um Hausbesuche, im Rahmen derer gemeinsam mit den Betroffenen und Angehörigen die Situation besprochen wird, um die beste Betreuung zu finden“, erklärt Strobl.

Für Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg ist das ein ganz besonderes Projekt. Im Raum Landeck gibt es derzeit zwei ähnliche Aktivitäten. „Der Case-und-Care-Manager hat eine Vernetzungsfunktion und dieses bestehende Konzept in Brixental/Wildschön­au hat eine Vorbildfunktion für das ganze Land, weil es für Betroffene eine große Erleichterung darstellt, wenn sie von einem Profi unterstützt werden“, sagt Tilg.

Er möchte diese „Kümmerer“ auch in anderen Bereichen, etwa in der Psychiatrie, einsetzen. „Es gibt in der pflegerischen Versorgung viele Bereiche, in denen es fachkundige Ansprechpartner für die Bevölkerung braucht“, erklärt LR Tilg. (TT)