Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 22.01.2019


Bezirk Imst

Silz übernimmt nach Kraftwerken auch Poststelle

Die Gemeinde Silz sicherte sich Wasserrechte von der Tiwag, baut die Kinderbetreuung aus und wird demnächst auch zum Postpartner.

Die Gemeinde Silz übernimmt nicht nur den Standort der Tiroler Sparkasse im Erdgeschoß des Gemeindehauses, sondern auch die Postpartnerschaft, die hier eine neue Heimat finden soll.

© ParthDie Gemeinde Silz übernimmt nicht nur den Standort der Tiroler Sparkasse im Erdgeschoß des Gemeindehauses, sondern auch die Postpartnerschaft, die hier eine neue Heimat finden soll.



Von Thomas Parth

Silz – 2019 scheint ein knackiges Jahr für die Silzer Gemeindeführung zu werden. Bereits im Vorjahr schloss der Ort im Inntal sein Projekt zur langfristigen Wasserversorgung ab. „Die Silzer Quellen waren Uran-belastet. Die verschärften EU-Grenzwerte machten bereits vor vier Jahren eine Neuausrichtung nötig“, erinnert sich BM Helmut Dablander: „Seitdem beziehen wir oberhalb der Mähder unser Wasser, wobei dort alle Quellen der Tiwag gehört haben.“ Die Gemeinde hat darauf hin zwei Kleinkraftwerke vom Landesstromversorger übernommen und damit einhergehend auch die entsprechenden Wasserrechte. „Der Pferdefuß sind die beiden in die Jahre gekommenen Kraftwerksgebäude“, hatte Dablander diese Krot zu schlucken. 2018 konnte letztlich auch die Notwasserversorgung durch einen Tiefbrunnen sichergestellt werden: „Wir haben in Simmering das Recht, uns im Notfall mit dem Grundwasser der Haiminger Obstbauern zu versorgen. 2019 sollte Silz das Wasserthema nicht mehr betreffen.“

Sehr wohl betroffen sind die Silzer vom Weggang der Tiroler Sparkasse. Diese hatte jahrelang im Erdgeschoß des Gemeindehauses ihre Heimat. „Die Sparkasse hat uns die Räumlichkeiten zum Rückkauf angeboten. Der Gemeinderat hat die dafür nötig­e 310.000-Euro-Summe freigegeben“, sagt der Bürgermeister, wobei er froh darüber ist, dass es sich lediglich um einen Umzug und keinen Weggang des Geldinstituts handelt. „Am 22. Februar zieht die Sparkasse um und bleibt uns im MPreis erhalten, wo sie sich mehr Kundenfrequenz erhofft“, so Dablander.

Da die bisherigen Postpartner in Silz das Handtuch werfen, muss die Gemeinde wohl die Postpartnerschaft selbst übernehmen. „Einen Grundsatzbeschluss dafür gibt es bereits. Der Personalausschuss prüft derzeit die Verträge und die Ausschreibung für eine 20-Stunden-Stelle“, weiß Dablander. Er habe im Vorfeld alle an der Hauptstraße gelegenen Unternehmer gefragt, ob sie vielleicht als Postpartner einspringen wollen, doch winkten alle ab.

Es trifft quasi Glück auf Unglück, weil man ohne großen baulichen Aufwand die Post in den eben erst angekauften Bankfilialräumen barrierefrei ansiedeln kann. Ein großartiger Umbau werde 2019 allerdings nicht zu stemmen sein, mahnt der Ortschef, da der Kindergartenneubau mit gut 4 Mio. Euro ins Haus steht.

Seit zwei Jahren wird in Silz eine Erweiterung des Kinderbetreuungsangebotes politisch behandelt. Der bestehende Kindergarten ist um zwei Gruppen zu klein, wobei die Zwischenlösung mit der Schule als Ausweichquartier für eine Kindergartengruppe nicht länger tragbar ist. „Die Volksschule braucht ihre Räume selbst. Den alten Kindergarten zu erweitern, war nicht möglich. Weshalb ein Grundstück südlich der Neuen Mittelschule angekauft wurde. Aus dem folgenden Architektenwettbewerb ging das Projekt von Armin Neurauter als Sieger hervor“, informiert Dablander. Heuer im Frühjahr werde der Spatenstich erfolgen. Bis Weihnachten 2019 soll der Bau fertig gestellt sein.