Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 24.01.2019


Bezirk Landeck

Bezirk Landeck im Bann des „letzten Ritters“

Zum Maximilianjahr 2019 sind „Landschaftsoper“ in Nauders und Musiktheater in Landeck geplant. Schützen steuern Ausstellung bei.

(Symbolfoto)

© Wenzel(Symbolfoto)



Von Helmut Wenzel

Landeck – Er war der „letzte Ritter, der erste Europäer und der größte Netzwerker seiner Zeit“. So urteilen Historiker über Kaiser Maximilian I. (1459–1519). Die Jagdleidenschaft, aber auch Kriege (Calvenschlacht 1499) führten ihn in den Bezirk Landeck. Er wollte das Münstertal und Engadin erobern. Doch Bündner Truppen siegten, der Habsburger Maximilian zog sich an den Bodensee zurück.

In Erinnerung an die turbulente Geschichte zu Lebzeiten von Maximilian ist in Nauders am 29. Juni ab 14 Uhr die Aufführung einer „Landschaftsoper“ geplant. Koordinator Hermann Klapeer steckt, in Zusammenarbeit mit dem Land, mitten in den Vorbereitungen: Altfinstermünz, aber auch Hochfinstermünz und Vinadi auf Schweizer Seite sind Schauplätze einer großen akustischen Installation. Dargestellt werden ein Triumphzug, Trauerzug und der „Ewige Landfriede“, den Maximilian verkündet hatte. Musikalische Begleiter sind u.a. die Musikkapelle Nauders und die Volksmusikgruppe Fränzlis da Tschlin.

Einen Tag vorher, am 28. Juni, kommt ab 17 Uhr auf Schloss Landeck das Musiktheater „Die sieben Leben des Maximilian“ unter der Gesamtleitung von Prof. Carola Bauckholt zur Aufführung. Akteure sind Studenten der Kompositionsklasse Bauckholt an der Bruckner-Universität in Linz. Laut Koordinator Franz Geiger mit dabei sind zudem Ensembles der Landesmusikschule, Stadtmusikkapelle, Chor Xang 6521 sowie Martin Handle mit einer Trommlergruppe. Thematisiert wird u. a. das Reisen anno dazumal und heute.

Einen historischen Beitrag in Form einer Ausstellung leisten der Bund der Tiroler Schützenkompanien bzw. das Schützenviertel Oberland und die Kompanie Landeck. In der Zeitreise, die von 3. August bis 22. September auf Schloss Landeck zu sehen sein wird, soll „der obere Weg“ vom Wormser Joch (Umbrailpass) nach Füssen in Wort und Bild nachgezeichnet werden, sagt Viertelkommandant Fritz Gastl. Auf diesem Weg soll Maximilian seine zweite Gemahlin Maria Sforza aus Mailand kennen gelernt haben. Berührungspunkte im Bezirk Landeck sind dabei Schloss Naudersberg, die Jagd im Radurschl bei Pfunds sowie Kauns mit dem legendären Rebellen „Wiesejaggl“.

Eine kulinarische Idee zum Maximilianjahr haben Schüler der Fachberufsschule für Tourismus und Handel (TFBS) mit Fachlehrer Herbert Osl umgesetzt: Der leckere „Max-Burger“ ist inzwischen im Nauderer Hotel Post und im Zammer Jägerhof auf der Speisekarte zu finden.