Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 25.01.2019


Bezirk Kitzbühel

Geschlossene Schulen in St. Johann freuten nicht jeden

Weil der Schulweg zu gefährlich war, hatten Schüler bis zu vier Tage schulfrei. Während die Kinder jubelten, kam von Eltern auch Kritik.

In St. Johann hatte man in der Vorwoche alle Hände voll zu tun, den Schneemassen Herr zu werden. Im Bild schöpfen Bundesheersoldaten das Dach des Roten Kreuzes und der Polizei ab. Auch das Dach der Neuen Mittelschulen wurde von der Schneelast befreit.

© ZOOM.TIROLIn St. Johann hatte man in der Vorwoche alle Hände voll zu tun, den Schneemassen Herr zu werden. Im Bild schöpfen Bundesheersoldaten das Dach des Roten Kreuzes und der Polizei ab. Auch das Dach der Neuen Mittelschulen wurde von der Schneelast befreit.



Von Michael Mader

St. Johann i. T. – Mit den Folgen der heftigen Schneefälle vor zwei Wochen hatte auch die Marktgemeinde St. Johann schwer zu kämpfen: Viele Gehweg waren nicht passierbar, zudem war die Gefahr zu groß, dass von Bäumen abbrechende Äste auf Fußgänger fallen. Beispielsweise war der Achenweg gesperrt. Betroffen waren laut Bürgermeister Stefan Seiwald viele Zugangswege zu Schulen: „Aber auch das Ortszentrum war zu, der Weg von der Kirche zur Gemeinde musste gesperrt werden. So schnell haben wir auch Wege nicht räumen können, die Kinder hätten teilweise auf der Straße gehen müssen“, erklärt Seiwald, der sich zu diesem Zeitpunkt dreimal am Tag mit Statikern und der Lawinenkommission bei der Gemeinde­einsatzleitung traf.

U. a. hatten die Volksschule Neubauweg, die Neuen Mittelschulen, die Polytechnische Schule, das Sonderpädagogische Zentrum drei Tage geschlossen. Die NMS sogar noch länger, weil das Dach aus Sicherheitsgründen abgeschöpft werden musste. Aber auch das Gymnasium und die Tourismusschulen hatten laut Seiwald einen oder zwei Tage zu.

Während sich die Schüler darüber freuten, waren nicht alle Eltern begeistert, für ihre Kinder eine Betreuung organisieren zu müssen. Noch dazu, wo in den Schulen ja Lehrer anwesend waren, um Schüler zu betreuen, die doch in die Schule kamen.

„Ich weiß, dass das für viele Eltern eine Herausforderung war“, zeigt Seiwald Verständnis. Sie sollten aber auch einmal „in die andere Richtung“ denken. Niemand hätte das wohl verantworten wollen, wenn etwas passiert wäre.