Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 08.02.2019


Osttirol

Lienzer Metalltechniker zeigen Abschlussarbeiten

Nach dreieinhalb Jahren Ausbildung in den Betrieben und in der Schule wurden die Zeugnisse überreicht.

Chantal Wanner erhält ihr Zeugnis von Susanna Tasch, Vize-BM Kurt Steiner, Elisabeth Bachler (Leiterin Bildungsregion Tirol Ost) und Lehrer Christian Blaßnig (v. l.).

© Christoph BlassnigChantal Wanner erhält ihr Zeugnis von Susanna Tasch, Vize-BM Kurt Steiner, Elisabeth Bachler (Leiterin Bildungsregion Tirol Ost) und Lehrer Christian Blaßnig (v. l.).



Von Christoph Blassnig

Lienz — Wir gestalten Bildung und fördern Lehrlinge auf ihrem Weg zur Fachkraft — unter diesem Motto hat die Tiroler Fachberufsschule in Lienz zum Projekttag der Abschlussklasse Metalltechnik geladen. 26 Lehrlinge haben ihr Abschlusszeugnis erhalten. Etliche von ihnen schlossen mit ausgezeichnetem Erfolg ab. Einige hatten bereits eine Berufsausbildung und haben diese um eine zweite ergänzt.

Wie Zahnräder ineinandergreifen müssten, um Kleines und auch Großes zu bewegen, so machten dies auch die Lehrbetriebe, die Schule, Eltern, Freunde und Kollegen der Absolventen, zog Direktorin Susanna Tasch einen Vergleich. Inspirieren ließ sich die Schulleiterin von einer Projektarbeit, die auf einen Entwurf von Leonardo da Vinci zurückgeht: Melissa Lackner, André Gruber und Dennis Feil haben Zahnräder zu einer „Unendlichkeitsmaschine" zusammengefügt. 27 Kombinationen von je einem kleinen und einem großen Zahnrad auf einer Achse verlangsamen, hintereinandergefügt, die Bewegung so stark, dass sie nach menschlichem Ermessen nicht mehr wahrnehmbar ist. Das erste Rad treibt ein Elektromotor konstant mit 1200 Umdrehungen pro Minute an, eine Umdrehung erfolgt also in 0,05 Sekunden. Das letzte Rad in der Kette benötigt für eine einzige Umdrehung die Zeit von 28 Millionen Jahren. Zum Beweis, dass die Anfangsbewegung durch diese Untersetzung anscheinend zum Stillstand kommt, haben die Metalltechniker das letzte Zahnrad mit der Konstruktion fest verschweißt.

Alle anderen Projektarbeiten haben einen praktischen Nutzen: Chantal Wanner fertigte im Alleingang einen metallenen Hängekorb, der im Sommer im Garten zum Entspannen einladen wird. Landwirtschaftliche Geräte wie ein Heuschieber, eine Polterzange zum Baumstammtransport oder eine Heuballenzange für den Traktor sind von den Lehrlingen ebenso angefertigt worden wie eine massive Werkstattpresse mit einer Presskraft von 50 Tonnen, ein Schweißtisch, ein Winkelbieger oder eine Werkzeugmessstation für Spezialbohrer mit einer Länge von bis zu 2,5 Metern.

Melissa Lackner, André Gruber und Dennis Feil (mit Stefan Oberlohr) haben die Unendlichkeitsmaschine gebaut (v. l.).
Melissa Lackner, André Gruber und Dennis Feil (mit Stefan Oberlohr) haben die Unendlichkeitsmaschine gebaut (v. l.).
- Christoph Blassnig