Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 12.02.2019


Bezirk Kufstein

Gefahrenzonen: Rot und Gelb dominieren auf dem Kufsteiner Stadtplan

Fast das ganze Innenstadtgebiet Kufsteins ist eine gelbe Zone. Dabei sind die Bach-Überbauungen die gefährlichen Schwachstellen.

Normalerweise nur ein Rinnsal, aber im Hochwasserfall für die Stadt ein Problem: der großteils verbaute Kienbach.

© OtterNormalerweise nur ein Rinnsal, aber im Hochwasserfall für die Stadt ein Problem: der großteils verbaute Kienbach.



Von Wolfgang Otter

Kufstein – Der Gefahrenzonenplan für die Kufsteiner Stadtbäche verheißt nichts Gutes. So wurden der Kienbach, Kreuzbach und Mitterndorferbach untersucht. Als rote Zone sind Teile der Kienbergstraße, der Speckbacherstraße, der Kreuzung Kinkstraße/Gilmstraße sowie eine Teilfläche des Geländes südlich der Feuerwehr und beim Mündungsbereich in den Inn ausgewiesen. Gelbe Zonen finden sich beim Unterlauf des Kienbaches ab der Schützenstraße und des Mitterndorferbaches ab dem Locherer Weg. Außerdem zieht sich die gelbe Zone ausgehend vom Kienbach ab der Schützenstraße in Richtung Norden bis auf Höhe des Christian-Bader-Weges.

Die roten Zonen, so Bürgermeister Martin Krumschnabel, seien aber vor allem Bachbette und kleinere Stellen. Die Schwachstellen seien die Überbauungen der Bäche. Die gelben Zonen werden künftig bei den Bauverhandlungen und Widmungen spürbar werden. „Aber es handelt sich dann nur um kleinere Maßnahmen, die vorgeschrieben werden. Zum Beispiel die Eingrenzung der Kellerschächte etwas höher anzuheben“, beruhigt Krumschnabel. „Der Gefahrenzonenplan heißt nicht, dass in Kufstein nichts mehr gebaut werden kann“, erklärt der Stadtchef. Auf alle Fälle müsse man aber zuvor ein Sachverständigengutachten einholen.

Um die gelbe Zone wieder „loszuwerden“, wird Kufstein viel Geld in die Hand nehmen müssen. Derzeit sind Fachleute dabei, entsprechende Schutzprojekte auszuarbeiten, wie auch Martin Rottler vom Baubezirksamt Kufstein bei der Präsentation des Gefahrenzonenplanes bei der jüngsten Gemeinderatssitzung erklärte. „Wir gehen davon aus, dass das generelle Projekt heuer fertig wird. Darin wird die Machbarkeit und beste Lösung dargestellt. Dann liegt es an der Stadtgemeinde, eine Detailplanung erstellen zu lassen und einzureichen.“ Grundsätzlich seien Rückhaltemaßnahmen für Wasser und Geschiebe und Ableitungen angedacht.

Was die Kosten anbelange, könne die Stadt auf alle Fälle auf eine hohe Förderung durch den Bund hoffen. Die Umsetzung werde überdies einen längeren Zeitraum benötigen, so Krumschnabel.