Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 12.02.2019


Bezirk Imst

SOS-Kinderdorf: Spende zum runden Geburtstag

Vor 70 Jahren begann die SOS-Kinderdorf-Idee von Tirol aus ihren Siegeszug rund um die Welt. Zum Jubiläum hilft Tirol mit Spenden in Laos und Vietnam.

Empfang für die Tiroler Delegation – vorne Netzwerk-„Tirol hilft“-Koordinator Herbert Peer, rechts Medalp-Chef Alois Schranz – im SOS-Kinderdorf von Vientiane, der Hauptstadt von Laos.

© Land TirolEmpfang für die Tiroler Delegation – vorne Netzwerk-„Tirol hilft“-Koordinator Herbert Peer, rechts Medalp-Chef Alois Schranz – im SOS-Kinderdorf von Vientiane, der Hauptstadt von Laos.



Innsbruck, Vientiane – Eine kleine Baracke am Rennweg und ein erstes Haus in Imst in Tirol standen am Anfang der Idee von Hermann Gmeiner. Der gebürtige Vorarlberger stellte sein Leben in den Dienst des ehrgeizigen Projekts, so vielen Kindern wie möglich ein Zuhause im Familienverband zu schaffen. Mittlerweile gibt es 576 SOS-Kinderdörfer in 135 Staaten in Afrika, Amerika, Asien, Europa und Ozeanien.

Anlässlich des 70-Jahr-Jubiläums überzeugt sich derzeit LH Günther Platter im Zuge eines Staatsbesuchs von der Entwicklungsarbeit in Laos und Vietnam. An der Spitze der Delegation, die ihn begleitet, steht Helmut Kutin, Ehrenpräsident von SOS-Kinderdorf und maßgeblich am Aufbau der Organisation in Asien beteiligt. Ebenfalls mit dabei im Fernen Osten sind langjährige Unterstützer der SOS-Kinderdorf-Idee: die Unternehmer Karl Handl (Handl Tyrol) und Georg Marberger (Holz Marberger), Med­alp-Chef Alois Schranz sowie Herbert Peer, der Koordinator des Netzwerks „Tirol hilft“.

Extra zum runden Geburtstag der weltumspannenden Idee hatte die Tiroler Landesregierung bereits vor der Abreise der Delegation beschlossen, jeweils ein SOS-Kinderdorf-Projekt in Laos und Vietnam zu unterstützen. In Laos fördert Tirol die Errichtung einer Bibliothek inklusive Labor an der SOS-Hermann-Gmeiner-Schule im Kinderdorf in Vientiane mit 50.000 Euro (ca. eine halbe Milliarde laotische Kip).

Laos hat eine besonders niedrige Alphabetisierungsquote, daher sind schulische Projekte in diesem Land ein besonderer Fokus von SOS-Kinderdorf. Die Möglichkeit, in eine gut ausgestattete Schule zu gehen, bedeutet aus Sicht der Initiatoren Hoffnung für die Kinder und ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg in eine glückliche und sichere Zukunft. Das Land gehört zu den ärmsten Ländern in Südostasien mit einer hohen Anzahl an hilfsbedürftigen Kindern. In den vergangenen Jahren verstärkte SOS-Kinderdorf die Tätigkeit hier zusehends – und hat damit dem Land auf diese Weise geholfen. So gibt es mittlerweile sechs SOS-Kinderdörfer in Laos, das erste entstand vor 25 Jahren.

Im SOS-Kinderdorf von Vientiane – in der laotischen Hauptstadt leben rund 800.000 Menschen – können bis zu 140 Kinder, die nicht länger bei ihren Familien bleiben können und eine langfristige fürsorgliche Betreuung benötigen, gemeinsam mit ihren Geschwistern in 14 SOS-Familien in der Obhut von SOS-Müttern aufwachsen. Ihnen stehen weiters zwei Jugendhäuser, ein Kindergarten für 100 Kinder, die Hermann-Gmeiner-Schule mit 470 Schülerinnen und Schülern sowie ein Schulungszentrum für SOS-Mütter und Mitarbeiter zur Verfügung.

Die Tiroler Delegation ist mittlerweile weitergereist nach Vietnam. Nach einem kurzen Abstecher zur weltberühmten Halong-Bucht stehen ein Empfang beim österreichischen Botschafter in Vietnam, dem gebürtigen Halleiner Thomas Schuller-Götzburg, und Besuche in den SOS-Kinderdörfern von Hanoi und Go Vap sowie Treffen mit ranghohen vietnamesischen Politikern auf dem Programm. (TT, mz)