Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 12.02.2019


Innsbruck-Land

Verzweifelte Suche nach Betreuung für Marie: Welle der Hilfsbereitschaft

Mehr als 20 TT-Leserinnen melden sich nach dem verzweifelten Hilferuf einer Zirler Mutter. Sie alle boten an, auf ihre siebejährige Tochter Marie aufzupassen.

Zahlreiche Leserinnen haben angeboten, bei der Kurzzeitbetreuung der süßen Marie zu helfen.

© NorzZahlreiche Leserinnen haben angeboten, bei der Kurzzeitbetreuung der süßen Marie zu helfen.



Von Denise Daum

Zirl — Im Minutentakt trafen gestern Vormittag die Hilfsangebote bei der Tiroler Tageszeitung ein. Über 20 Leserinnen melden sich, die den Artikel von der kleinen Marie gelesen haben, und bieten an, auf das Mädchen aus Zirl aufzupassen. Mama Angelika Norz wandte sich an die TT, um auf ihr Problem aufmerksam zu machen: Die alleinerziehende Mutter muss berufsbedingt rund zehn Nächte im Jahr auswärts verbringen und weiß nicht, wer in dieser Zeit auf ihre beeinträchtigte Tochter aufpassen könnte.

Der Hilferuf von Angelika Norz blieb von der TT-Familie nicht ungehört. So bot unter anderem Diana Fankhauser aus Schwaz Unterstützung an. Die Zahnarztassistentin ist vielfältig sozial engagiert, unter anderem beim Roten Kreuz und der Wasserrettung. Im Umgang mit Kindern ist sie sehr versiert, der Weg nach Zirl ist für sie kein Problem. „Für mich war beim Lesen des Artikels gleich klar, dass man hier auf jeden Fall hilft", sagt Fankhauser.

Auch eine Familie aus Oberperfuss mit zwei Kindern hat ihre Hilfe angeboten. „Die Geschichte hat uns sehr bewegt. Unsere Tochter ist gleich alt und es ist so schon eine Herausforderung, alles unter einen Hut zu bringen. Das ist mit einem Kind mit Beeinträchtigung sicher noch einmal schwieriger. Ich denke, es ist auch für uns eine Bereicherung, hier zu helfen, also eine Win-win-Situation", sagt die Mutter im Gespräch mit der TT.

Daneben haben sich noch eine Krankenschwester in Ausbildung, eine in Pension, eine Pflegerin, eine zweifache Oma und viele weitere Leserinnen gemeldet.

Angelika Norz ist überwältigt angesichts dieser Welle der Hilfsbereitschaft. „Ich bin sehr gerührt von den vielen mitfühlenden und hilfsbereiten Menschen", sagt Norz. Sie wird sich bei allen melden und ist zuversichtlich, eine gute Lösung für Marie zu finden. „Ich bin sicher nicht die Einzige, die ein Kind mit Beeinträchtigung hat und ab und zu Hilfe braucht. Bei mir ist es beruflich bedingt, andere benötigen so vielleicht einmal eine kurze Auszeit", möchte Norz grundsätzlich auf die Probleme von Familien mit behinderten Kindern aufmerksam machen.