Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 13.02.2019


Bezirk Kufstein

Elterntaxis werden in Wörgl zunehmend zur Gefahr

Rund um den Kindergarten am Wörgler Mitterhoferweg herrscht zu Stoßzeiten ein Verkehrschaos. „Zu Fuß gehen“, empfiehlt die Stadt.

Parkplätze um den Kindergarten sind rar. Eltern weichen auf Privatgrund, Gehsteig und Feuerwehr aus und nehmen damit Anzeigen in Kauf.

© HrdinaParkplätze um den Kindergarten sind rar. Eltern weichen auf Privatgrund, Gehsteig und Feuerwehr aus und nehmen damit Anzeigen in Kauf.



Von Jasmine Hrdina

Wörgl – Wo sollen wir parken? Das fragen sich die Eltern der Kleinen des städtischen Kindergartens am Wörgler Mitterhoferweg täglich. Kreative Parklösungen zu suchen, kommt dabei teuer: In letzter Zeit flatterten den Erziehungsberechtigten vermehrt Anzeigen ins Haus, weil sie ihr Fahrzeug am Gehsteig abgestellt hatten.

An der Eingangstür des Kindergartens weist ein Schrei­ben der Stadtgemeinde ausdrücklich auf die Parkordnung hin. Durch alternative Parklösungen sei die Situation unübersichtlich, berichtet ein Anrainer. Schon öfter habe er heikle Szenen beobachtet, bei denen Kinder beinahe angefahren wurden.

Nun soll das Gesetz Wirkung zeigen: Auch im Bereich der angrenzenden Feuerwehr müssten Parksünder ab sofort mit Strafen rechnen, ist in dem ausgehängten Papier zu lesen. Die Stellflächen bei der Druckerei gegenüber der Betreuungseinrichtung wiederum sind Privatgrund. Bisher hatte der Eigentümer bei den Elterntaxis zwar ein Auge zugedrückt – in absehbarer Zeit wird dort aber ohnehin gebaut.

Sechs Stellplätze im Westen des Kindergartens müssen den Eltern der 155 Kinder also ausreichen. Unrealistisch, denn auch im Kindergarten gibt es eine Rushhour. Die meisten steuern das Haus zwischen 7.30 und 8 Uhr bzw. gegen 12 Uhr an. Das Problem sei der Stadtführung wohl bekannt, eine Lösung aber nicht in Sicht. Denn Grundstücke zur Erweiterung der Parkflächen seien nicht vorhanden, teilt Wörgls Pressesprecher auf Anfrage der TT mit.

Die Empfehlung an die Eltern lautet, „im Sinne einer sinnvollen Verkehrserziehung wie auch anderer positiver Begleiterscheinungen die Kinder zu Fuß zum Kindergarten zu begleiten“. Das gelte auch für alle anderen Kindergärten und Schulen.

Das tägliche Verkehrschaos ist nämlich keine Erfindung der Einrichtung am Mitterhoferweg. Auch beim Pfarrkindergarten kämpfen die Zubringer seit Jahren um Platz. Erschwerend kam bisher hinzu, dass auch Anrainer die enge Stelzhamerstraße zum Parken nutzen.

Citybus-Fahrer hatten es schwer, ihre großen Fahrzeuge durch das verkehrstechnische Nadelöhr zu manövrieren. Aus diesem Grund wurde die dortige Kurzparkzone durch ein Parkverbot ersetzt – Eltern dürfen ihre Kinder aber trotzdem noch aussteigen lassen.

Als noch prekärer offenbart sich die Lage bei der Volksschule in der Michael-Unterguggenberger-Straße. Dort gab es im morgendlichen Verkehrschaos bereits Unfälle mit Kindern, bestätigt man im Stadtamt. Die Gemeinde „arbeite an einer Verkehrslösung“, ein Zeitrahmen wurde nicht genannt.