Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 13.02.2019


Seefeld 2019

400 Polizisten haben die Ski-WM in Seefeld genau im Blick

Keine Risikoveranstaltung, keine Hooligans: Die Veranstalter rechnen bei der Nordischen Ski-WM mit einem Sportfest. Videoüberwachung, private Securitys und Personenschutz für gekrönte Häupter gibt es trotzdem.

Fans und Sportler sind in den Startlöchern.

© APAFans und Sportler sind in den Startlöchern.



Von Marco Witting

Seefeld, Innsbruck – 400 Seiten umfasst das Sicherheitskonzept für die Nordische Ski-WM. Man könnte fast meinen, es sei eine Seite für jeden Polizeibeamten, der im Laufe der zwei Wochen im Einsatz ist. Doch das Konzept, das der stellvertretende Bezirkshauptmann Josef Schreier gestern präsentierte, umfasst wirklich alles, was rund um die Titelkämpfe sicherheitstechnisch Relevanz hat. Und berücksichtigt den Personenschutz für gekrönte Häupter (aus Norwegen und Schweden), die Möglichkeiten von extremen Schneefällen bis hin zu den privaten Sicherheitskräften oder jenen Dingen, die die Fans eben nicht ins Stadion mitbringen dürfen.

Die Sicherheitsverantwortlichen machten sich ein Bild der Lage, v. l.: Erich Lettenbichler, Edelbert Kohler, BM Werner Frießer, Christian Scherer (Direktor der Organisation), Gerhard Niederwieser und Josef Schreier (BH).
Die Sicherheitsverantwortlichen machten sich ein Bild der Lage, v. l.: Erich Lettenbichler, Edelbert Kohler, BM Werner Frießer, Christian Scherer (Direktor der Organisation), Gerhard Niederwieser und Josef Schreier (BH).
- Polizei

Eines stellte die Polizeispitze klar: „Die WM ist keine Risikoveranstaltung. Wir haben es mit keinem Problemklientel zu tun. Es gibt keine Anzeichen für Gefahren“, wie es der stellvertretende Landespolizeidirektor Edelbert Kohler formulierte. Er sagt aber auch: „Wir haben natürlich die polizeilichen Hausaufgaben gemacht.“ Neben der Sicherheit im Stadion und der Fanzone ist der Verkehr besonders im Fokus der Exekutive. Das entsprechende Konzept sieht, wie berichtet, vor allem vor, dass Fans mit Öffis anreisen sollen. Bezirkspolizeikommandant Gerhard Niederwieser sagt: „Es besteht für die Seefelder und Gäste, die im Ort nächtigen, natürlich die Möglichkeit, in den Ort zu fahren. Es kann hier aber zu kurzfristigen Sperren oder Umwegen kommen.“

150 private Sicherheitskräfte werden vom Organisationskomitee eingesetzt, wie Veranstaltungsdirektor Christian Scherer erklärt. All das wird von mehreren Einsatzstäben koordiniert. Einsatzleiter der Veranstaltungsbehörde ist eben BH-Stv. Josef Schreier. Er sagt: „Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet.“ Das Sicherheitskonzept umfasst sowohl eine Sicherheitszone (diese erlaubt der Polizei rechtlich gesehen leichtere Durchgriffsmöglichkeiten) rund um das Stadion und die Fanzone sowie auch eine Videoüberwachung. Diese soll vor allem „präventiven Charakter“ haben, wie Schreier es nennt.

Aktuell sind rund 145.000 Tagestickets für die WM verkauft. Die Liste der Ehrengäste werde täglich länger, heißt es von den Veranstaltern. Ganz genau sagen, wer wann wo ankommt, das will man nicht. Klar ist aber, dass die skandinavischen Königshäuser nach Tirol kommen werden, um ihre Sportler anzufeuern. „Die norwegische Botschaft war bereits vor einiger Zeit hier und hat sich alles angeschaut. Da gilt es für uns, den Zeitplan abzustimmen und einzuhalten“, sagt Scherer. Inoffiziell eröffnet wurde mit der Vorstellung des Sicherheitskonzepts gestern auch das Medienzentrum. Den Verantwortlichen wäre wohl am liebsten, wenn die Seiten des Konzepts die einzigen sind, die zum Thema Sicherheit während der WM dann gefüllt worden sind.

Das Medienzentrum in der WM-Halle wurde am Dienstag inoffiziell eröffnet.
Das Medienzentrum in der WM-Halle wurde am Dienstag inoffiziell eröffnet.
- Polizei