Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 14.02.2019


Bezirk Landeck

Offene Jugendarbeit im St. Antoner „Homebase“ trägt Früchte

4000 junge Leute frequentierten voriges Jahr den Treffpunkt unweit der NMS St. Anton. Betreuer mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert.

Blick ins St. Antoner Jugendzentrum „Homebase“ – rechts Christoph Giggo Wolf und Caroline Falch.

© Elisabeth ZangerlBlick ins St. Antoner Jugendzentrum „Homebase“ – rechts Christoph Giggo Wolf und Caroline Falch.



Von Helmut Wenzel

St. Anton am Arlberg – Ältere und pflegebedürftige Stanzertaler haben mit dem Verein Sovista (Soziale Vision Stanzertal) ihre starke Säule. Zur gefragten Anlaufstelle und Freizeiteinrichtung für Jugendliche hingegen hat sich das Jugendzentrum „Homebase“ bzw. der gleichnamige Verein (2005 gegründet) entwickelt. 2012 konnte das neue Homebase-Gebäude (270.000 Euro) unweit der NMS St. Anton eröffnet werden.

„In Summe haben voriges Jahr 4000 Jugendliche unseren Jugendtreff frequentiert“, schilderte der hauptamtliche Leiter Christoph Giggo Wolf am Mittwoch auf TT-Anfrage. „Täglich besuchen uns 15 bis 25 junge Leute. Zu besonderen Anlässen haben wir bis zu 60 Besucher, etwa bei der Halloween-Party.“ Auf Grund des Standortes würden die meisten Besucher aus St. Anton kommen. „Aber wir haben auch Jugendliche aus den übrigen Orten bis Strengen.“

Die Einrichtung ist an fünf Tagen in der Woche geöffnet. Die laufenden Kosten bestreitet großteils die Gemeinde St. Anton, dazu kommen Zuschüsse vom Land, der Bruderschaft St. Christoph und von privaten Sponsoren.

Zur bisherigen Entwicklung des Jugendzentrums könne er nur Positives sagen, resümierte Bürgermeister Helmut Mall am Mittwoch. „Gerade für einen Tourismusort wie St. Anton ist es eine tolle und sehr wichtige Einrichtung. Die Betreuer lösen Probleme im direkten Kontakt mit den Jugendlichen.“ Wertvoll sei auch die geleistete Präventivarbeit, sagte Mall. „Dazu werden Polizeibeamte und Psychologen eingeladen.“

Bei Wolf und seiner Kollegin Caroline Fach stehen derzeit rund 100 Jugendliche in Betreuung. „Ihre Probleme und Anliegen sind bunt wie das Leben. Einen speziellen Schwerpunkt gibt es nicht.“ Der Themenbogen reicht von Lernproblemen über Drogen bis hin zum Umgang mit Geld oder Scheidung der Eltern. „Manchmal sind wir auch so etwas wie Eltern-Ersatz“, bemerkt der Homebase-Leiter.

Auf Initiative von Vereins-obmann Matthäus Spiss ist im Frühjahr „ein pädagogisch wertvolles Projekt“ geplant: Für drei bis vier Vogelarten werden Nistkästchen im Dorf aufgestellt. Hobby-Ornithologe Spiss erklärt zum Hintergrund der Aktion: „Europa ist von einem Vogelsterben betroffen. Wir möchten einen Beitrag leisten, um das Sterben einzudämmen.“