Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 26.02.2019


Gesellschaft

Psychologische Schulung für Kapellmeister

Hohe Fluktuation unter Kapellmeistern bereitet im Unterinntaler Musikbund Probleme. Für Bezirkskapellmeister Mayr ist Kritikfähigkeit wichtig.

Bezirkskapellmeister Oswald Mayr erinnert Kapellmeister daran, dass sie Lösungen für den Umgang miteinander finden müssen.

© Eberharter Bezirkskapellmeister Oswald Mayr erinnert Kapellmeister daran, dass sie Lösungen für den Umgang miteinander finden müssen.



Von Brigitte Eberharter

Söll – Kritische Worte fand Bezirkskapellmeister Oswald Mayr in der diesjährigen Hauptversammlung des Unterinntaler Musikbunds in Söll vor Vertretern der 21 Mitgliederkapellen. Ihm, so Mayr, gebe es zu denken, dass zwar sehr viele Kapellmeister ausgebildet werden, diese jedoch ihr Amt im Durchschnitt nach sieben Jahren wieder zurücklegen. Er finde es gut, dass die Ausbildung nun auch einen psychologischen Teil beinhalten wird, also wie man Menschen in so einem Klangkörper führt. „Bei unserer Arbeit als Kapellmeister spielt sich viel im Kopf ab. Wir müssen Programme zusammenstellen, aber auch Lösungen finden, wie wir mit nicht ganz leicht zu nehmenden Musikanten umgehen“, sagte Mayr. Kritikfähigkeit sei für ihn die Voraussetzung dafür, dass „was weitergeht“ in der Kapelle.

Beim Kapellmeisterstammtisch, der im neuen Musikheim in Kirchbichl stattgefunden hat, wurde die Frage des unentschuldigten Fernbleibens zur Probe diskutiert und die Bitte geäußert, wieder mehr Augenmerk auf die Pflichtstücke zu legen.

Ein Workshop des Landesverbandes hat gezeigt, dass die Kapellen unbewusst bei ihren kirchlichen Auftritten einige Fehler bei der Auswahl der Stücke gemacht haben. Auch die Programmgestaltung bei touristischen Konzerten wurde dabei bearbeitet und man kam zu dem Ergebnis, dass der Gast österreichische Musikstücke hören will.

Im Jahr 2020 findet wieder ein Wertungsspiel des Landesverbandes statt. Mayr regte an, dafür ein Bezirks-Blasorchester zusammenzustellen, allerdings ohne die Jugend, weil diese ohnehin ausgelastet sei.

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Jugendreferentin Gloria Marrone berichtete über die vielfältigen Tätigkeiten der musizierenden Jugendlichen. „Die Zusammenarbeit mit den Musikschulen funktioniert sehr gut. Alle Direktoren sind der Blasmusik sehr gewogen“, weiß sie. An der jährlichen Jugend-Marschierprobe in Walchsee nehmen immer etwa 90 Jugendliche teil.

In den vergangenen Monaten wurde in den Kapellen ein besonderes Augenmerk auf die Mitgliedererfassung im Sinne der Datenschutzverordnung gelegt. Aufgrund dieser Durchforstung hat sich der Mitgliederstand geringfügig auf 1188 verringert. Durchschnittlich besteht eine Kapelle also aus 57 Personen. Erfreulich sieht Bezirksobmann Neureiter die Tatsache, dass sich über 500 Jugendliche in den Musikschulen in Ausbildung befinden, was den Schluss zulässt, dass viele von ihnen zu den Kapellen kommen werden. Die Musikkapelle Söll ist heuer der austragende Verein des Musikfestes Anfang August.