Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 09.03.2019


Innsbruck-Land

Work-Life-Area am Ullbichl in Lans kommt nicht

Kommunikationsagentur zieht Angebot für den Standort Ullbichl in Lans zurück. Bei der Gemeindeversammlung hatte es zuvor diverse kritische Stimmen gegeben.

Bürgermeister Benedikt Erhard stellte sich zusammen mit den Gemeinderäten einer offenen, teils sehr kritisch geführten Diskussion.

© DomanigBürgermeister Benedikt Erhard stellte sich zusammen mit den Gemeinderäten einer offenen, teils sehr kritisch geführten Diskussion.



Lans – Überraschende Wendung am Ende der öffentlichen Gemeindeversammlung in Lans am Donnerstagabend: Georg Hofherr, Geschäftsführer der Kommunikationsagentur P8, kündigte an, das Angebot, am Ullbichl oberhalb von Lans eine „Work-Life-Area“ für 50 bis 60 Beschäftigte samt Wohnraum für 26 Mitarbeiter errichten zu wollen (die TT berichtete), zurückzuziehen.

„Wir wollen mit diesem Projekt für Lans etwas Gutes tun, Nutzen für die Gemeinde stiften“, betonte Hofherr. Aber: „Ich höre sehr gut zu und habe heute Abend gespürt, dass für den Ullbichl nicht die positive Energie da ist, die es für ein solches Vorhaben braucht.“ Sollte die Gemeinde ein anderes, besser geeignetes Grundstück für dieses Projekt haben, „dann gerne“. Für ihn habe sich aber gezeigt, dass das Projekt am Standort Ullbichl „von vielen nicht gewollt wird“.

Zuvor hatte sich im bis auf den letzten Platz gefüllten Gasthof Walzl eine Reihe von Lanser Bürgern überwiegend kritisch zum Projekt am Ullbichl (der im Besitz der Gemeindegutsagrargemeinschaft Lans steht) geäußert. Mehrfach wurde in den Wortmeldungen etwa darauf verwiesen, dass in den Diskussionen zum örtlichen Raumordnungskonzept oder den „Lanser Zukunftsgesprächen“ stets von einer Entwicklung des Ortes „von innen heraus“ die Rede gewesen sei, nicht durch „Ausfransen“ an den Ortsrändern. Andere Bürger betonten die landschaftliche Schönheit des Ullbichls oder beklagten „mangelnde Einbindung“ der Bevölkerung. Anrainer Christian Schubert stellte zudem eine Unterschriftenaktion in den Raum.

„Wir wollen nichts durchpeitschen“, hatte BM Benedikt Erhard davor klargestellt. Jegliche Entscheidung über mögliche Projekte am Ullbichl werde erst nach diversen Behördengutachten, einer Potenzialanalyse und einer Bebauungsstudie für das Gesamtareal fallen. Dass Hofherr das Angebot zurückzieht, „tut mir leid“, meinte Erhard, schließlich habe dieser viel Arbeit in die „visionären Überlegungen“ gesteckt. „Wir bleiben im Gespräch“, kündigte Erhard an – und ergänzte eindringlich: „Die grundsätzliche Fragestellung, wie man in einem ländlichen Gebiet wie Lans Arbeit und Wohnen zukunftsträchtig realisieren kann, ist beileibe nicht gelöst. Da muss uns etwas Neues einfallen, wenn wir als Gemeinde handlungsfähig bleiben wollen – ob der Ullbichl nun kommt oder nicht.“

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In der Präsentation der Gemeinde hatte es zuvor auch geheißen, dass die Entwicklung des Ullbichls „nicht relevant“ für die Finanzierung des neuen Bildungszentrums sei. Das 11-Mio.-Euro-Projekt – das bis Ende 2020 fertig und bezogen sein soll – wurde erneut im Detail vorgestellt, ebenso wie erste Planungsschritte für eine weitere Wohnbebauung im Bereich Oberes Feld. (md)