Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 09.03.2019


Bezirk Schwaz

Nachttarif für Sprengelarbeit in Schwaz gefordert

In Schwaz schlagen die Sozialreferentin und der Gesundheitssprengel Alarm: Es fehlt an einem Finanzierungskonzept für mögliche Nachtdienste.

Thomas Hatzl, Pflegedienstleiterin Daniela Kofler, GF Lukas Figl (Sprengel) und GR Victoria Weber (v. l.) setzen sich für Nachttarife ein.

© Max SchererThomas Hatzl, Pflegedienstleiterin Daniela Kofler, GF Lukas Figl (Sprengel) und GR Victoria Weber (v. l.) setzen sich für Nachttarife ein.



Schwaz – Die Gesundheits- und Sozialsprengel in Tirol sind nicht mehr wegzudenken. Bieten sie doch ein umfangreiches Angebot wie Hauswirtschaftsdienst, Essen auf Rädern, medizinische Hauskrankenpflege und vieles mehr.

So auch der Gesundheits- und Sozialsprengel Schwaz, der 422 Klienten umsorgt. 2018 wurden u. a. 14.169 Portionen Essen auf Rädern ausgeliefert. Victoria Weber, Sozialreferentin der Stadt Schwaz, bemängelt, dass die notwendigen Rahmenbedingungen nicht mehr gegeben seien: „Die Politik will, dass die Menschen möglichst lange zu Hause in ihren vier Wänden bleiben können. Ein finanzielles Konzept gibt es dafür aber keines.“

Der Sprengel leiste großartige Arbeit. „Wir würden auch gerne eine Nachtbereitschaft oder einen Nachtdienst einführen, aber finanziell sind uns die Hände gebunden“, bedauert Weber und erklärt: „Wir können nur den Tagestarif verrechnen und bekommen keine zusätzliche Förderung für den Nachtdienst. Wir würden als Sprengel auf den Personalkosten sitzen bleiben und müssten bei der Gemeinde um Unterstützung ansuchen.“ In die gleiche Kerbe schlägt auch Sprengel-Geschäftsführer Lukas Figl: „Eine Nachtbereitschaft würde die Familien und die kostenintensive stationäre Langzeitpflege erheblich entlasten.“ Figls Appell an die Politik: „Wenn die Landes- oder Bundespolitik Ziele formuliert, müssen auch die dafür notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Sein Credo: „Es kann nicht sein, dass immer die Gemeinden zahlen müssen.“

Darum hat der Sozialausschuss einen Antrag zu dieser Causa verfasst: Die Stadt solle die Landesregierung ­auffordern, sich mit dem Thema der Nachfrage nach Nachtdiensten der Tiroler Sprengel sowie eines Nachttarifs auseinanderzusetzen und Finanzierungskonzepte vorzulegen. (m.sch)

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