Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 11.03.2019


Osttirol

Kinderdorf baut zwei Häuser dazu

Im Sommer soll im SOS-Kinderdorf Nußdorf-Debant der Spatenstich für zwei neue Wohngruppen erfolgen. Die Häuser bieten Platz für neun Kinder bzw. neun Jugendliche, Eltern können auf Besuch kommen.

Das SOS-Kinderdorf in Osttirol ist das zweitälteste weltweit. Ab dem Sommer wird an zwei neuen Wohneinheiten für Kinder und Jugendliche gebaut.

© SOS-KinderdorfDas SOS-Kinderdorf in Osttirol ist das zweitälteste weltweit. Ab dem Sommer wird an zwei neuen Wohneinheiten für Kinder und Jugendliche gebaut.



Von Catharina Oblasser

Nußdorf-Debant – Seit dem Jahr 1955 besteht das SOS-Kinderdorf in Nußdorf-Debant, es ist damit das zweitälteste nach dem Dorf in Imst. 2011 wurde die Osttiroler Einrichtung nach einem besonderen Konzept erneuert: Die Wohneinheiten sind Teil einer Siedlung, die auch anderen Mietern offensteht.

Heuer, im Jubiläumsjahr „70 Jahre SOS-Kinderdorf“, steht ein weiterer Ausbau bevor. Zwei neue Gebäude werde­n auf dem Kinderdorf-Gelände errichtet. Eines bietet Platz für neun Kinder, das andere ist für neun Jugendliche bestimm­t und wird gegenüber dem jetzigen Jugendwohnen-Haus am Zietenweg erbaut.

„Beide Objekte haben ein Erdgeschoß und einen ersten Stock, verfügen über rund 400 Quadratmeter Fläche und sind barrierefrei“, informiert Guido Fuss, der Leiter des Osttiroler Kinderdorfs. Jedes Kind bekommt ein eigenes Zimmer, es gibt genügend Rückzugsbereiche, einen traumapädagogischen Raum und eine separate Wohnung pro Haus. „In der Kinderwohngruppe können Eltern, die auf Besuch kommen, dort wohnen“, schildert Fuss. In der Jugendgruppe dient die separate Garçonnièr­e als Zwischenlösun­g vor dem Start in die Selbstständigkeit. Zurzei­t wohnen 62 Kinder und Jugendliche in der Einrichtung in Nußdorf-Debant. Die Kleinsten sind im Baby­alter, die Ältesten etwa 21 Jahre.

Die Pläne für die beiden Neubauten tragen neuen Vorgaben der Kinder- und Jugendhilfe Rechnung. So hofft Guido Fuss auch auf EU-Förderungen. Die klassische Kinderdorffamilie mit einer Mutter und Kindern, die gemeinsam in einem Haus wohnen, gibt es in Osttirol ebenfalls noch. Daneben finden sich im SOS-Kinderdorf Wohngemeinschaften bzw. -gruppen, die im Radldienst von Fachpersonal betreut werden. Von ihnen gibt es etwa gleich viele, wie es Kinder und Jugendliche gibt. „Wir haben eine 24-Stunden-Betreuung“, erklärt der Kinderdorf-Leiter.

Weiters bietet SOS-Kinderdorf auch ambulante Familienarbeit in Lienz an. Dabei kommt das Team zu den Familien nach Hause, um zu unterstützen und Krisenhilfe zu leisten.

Im heurigen Jubiläumsjahr baut das SOS-Kinderdorf auch in Imst dazu – die TT berichtete. Und es entsteht eine therapeutische Kinderwohngemeinschaft in Absam.