Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 12.03.2019


Bezirk Kufstein

Walchseer greifen für Amberglift in die Taschen

Dienstagabend wird der Gemeinderat über die weitere Vorgehensweise beraten und entscheiden, ob man mit der Verlautbarung der Spendensumme bis zum Ablauf der Kampagne am 31. März warten will.

Die Zukunft des Amberglifts in Walchsee ist ungewiss.

© TT/HrdinaDie Zukunft des Amberglifts in Walchsee ist ungewiss.



Walchsee - Der Amberglift ist den Walchseern offenbar nicht nur ideell, sondern auch monetär etwas wert. So kommentierte BM Dieter Wittlinger gestern den Stand der Crowdfundingkampagne für den Erhalt des Seillifts. 80.200 Euro sind es bereits, man gehe davon aus, die angepeilten 100.000 Euro „und hoffentlich noch mehr" erreichen zu können. „Je mehr Geld wir zusammenbekommen, desto mehr können wir auch investieren", hofft Wittlinger auf weitere Unterstützung.

Dienstagabend wird der Gemeinderat über die weitere Vorgehensweise beraten und entscheiden, ob man mit der Verlautbarung der Spendensumme bis zum Ablauf der Kampagne am 31. März warten will. Der Dorfchef fürchtet, die Spendenbereitschaft würde sonst abrupt enden, sobald man die 100.000-Euro-­Marke geknackt habe.

Dabei plant man einiges am Hang: Eine „Familienerlebniswelt" soll es werden, neben der Skipiste ist derzeit auch eine Bob- bzw. Rodelbahn geplant. „Mit dem Skibetrieb alleine würde der Betrieb vermutlich jenen Verlust einfahren, den die Beraterfirma prophezeit hat", ist Wittlinger überzeugt. Wie berichtet, war die Rede von einem jährlichen Abgang von bis zu 70.000 Euro, bis zu 350.000 Euro müsse man in Seillift, Pistengeräte, Förderbänder und Zutrittssystem investieren, auch eine Gastronomie brauche es letztlich. Die Gemeinde selbst will 100.000 Euro beisteuern, vom Land winken Förderungen in der Höhe von 50 Prozent der Kosten für den Pistenbetrieb.

Um das „Startkapital" zu erhöhen, will man nun die Nachbargemeinden einbinden. Der entsprechende Postwurf der Gemeinde Walchsee mit Infos über das Projekt Amberglift wird den Bürgern von Erl, Ebbs, Rettengschöss und Niederndorf dieser Tage zugestellt.

Privatpersonen, Touristen und Unternehmen — wer bisher gespendet hat, darüber habe sich der Dorfchef nicht dezidiert informiert. Einzelspenden von 5000 Euro seien ihm aber bekannt. Er selbst habe mit einem solch positiven Echo nicht gerechnet. „Dass der Lift abgebaut wird, kann jetzt aber auch dem TVB nicht mehr wurst sein", sagt Wittlinger. (jazz)