Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 12.03.2019


Bezirk Schwaz

Wetterkapriolen setzen dem Bezirk Schwaz zu

Insgesamt 10 Millionen Euro fließen allein heuer im Bezirk Schwaz in den Schutz vor Naturgewalten.

In Hintertux entsteht auf alpinen Weiden ein Lawinenschutz.

© WLVIn Hintertux entsteht auf alpinen Weiden ein Lawinenschutz.



Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Regen, Gewitter, Stürme oder Schnee – der Bezirk Schwaz musste in den letzten Monaten viel aushalten. Damit die Schäden nicht größer werden, investieren Forstdirektion, Lawinen- und Wildbachverbauung sowie Wasserwirtschaft des Landes rund 10 Mio. Euro in Schutzmaßnahmen im Bezirk Schwaz. Tirolweit wird heuer die Rekordsumme von 76,5 Millionen Euro für den Schutz vor Naturgewalten ausgegeben. Die Kosten werden von EU, Bund, Land und privaten Interessenten gedeckt.

Das meiste Geld fließt in Maßnahmen in den Bezirken Lienz (16 Mio.) und Kitzbühel (10,6 Mio.). Dicht dahinter rangiert Schwaz mit einem Investitionsvolumen von rund 10 Mio. Euro. Dabei werden vor allem Wildbäche gezähmt und verbaut (3,2 Mio.). Weiters werden knapp drei Mio. Euro in den Schutz von Tal- und Hauptgewässern investiert. Für Erosions- und Steinschlagschutz soll knapp eine Million Euro aufgewendet werden und die Schutzwalderhaltung kommt auf 1,9 Mio. Euro. Der Lawinenschutz schlägt mit 800.000 Euro zu Buche.

Von Untersuchungsarbeiten am Weerbach, der Fertigstellung von Maßnahmen beim Kreuzbach in Vomp bis hin zu Projekten beim Finsing- oder Märzenbach im Zillertal stehen im Bezirk Schwaz zahlreiche Projekte der Wildbach- und Lawinenverbauung an. „Beim Riedbach in Ried bzw. Kaltenbach werden Sperren aus Beton gemacht, damit der Bach abgestaffelt wird. Somit fixieren wir den Bach in seiner Lage und Höhe“, erklärt Josef Plank von der WLV Mittleres Inntal. Ein großes Projekt ist auch die Verbauung der Hintertux-Lawine. Auf rund 2000 Metern Höhe werden Stahlschneebrücken errichtet. „Das kann man sich wie die Schneenasen auf dem Hausdach vorstellen. Die vier bis fünf Meter hohen Stahlkonstruktionen stützen die Schneedecke ab“, sagt Plank im TT-Gespräch. Laut ihm werden heuer bis zu 400 Werk­e auf rund zwei Kilometern Länge aufgestellt. „Die Schafe sollte das auf der alpinen Weide im Sommer nicht stören“, scherzt der Experte. Und für den Winter sorge man so für deutlich mehr Sicherheit.

Auch in der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes wird fleißig für den Schutz vor Naturgewalten gearbeitet. „Da gibt es derzeit einige Projekte im Bezirk Schwaz“, sagt Abteilungsleiter Markus Federspiel. Unter anderem wird bei der Seeache in Achenkirch an einem Hochwasserschutz gebaut. Weiters gibt es Instandhaltungsarbeiten beim Stummer Gießen.




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