Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 15.03.2019


Bezirk Landeck

Auf Maximilians Spuren rund um Finstermünz

ARGE Spurensuche Tirol hat die Aktivitäten des Habsburger-Kaisers in der Dreiländerregion beleuchtet und 50-Seiten-Publikation vorgelegt.

Altfinstermünz um 1930: Kaiser Maximilian ließ die Anlage ab 1512 zur Festung ausbauen.

© KruckenhauserAltfinstermünz um 1930: Kaiser Maximilian ließ die Anlage ab 1512 zur Festung ausbauen.



Von Helmut Wenzel

Nauders – Seine Residenz hat Maximilian I. (1459 – 1519) in Innsbruck aufgebaut. Von dort reiste „der letzte Ritter“ in die heutige Dreiländerregion Engadin, Vinschgau und Bezirk Landeck. Seine Jagdleidenschaft, aber auch Kriege waren Zweck der „Dienstreisen“. Die ARGE Spurensuche Tirol mit Autor Herbert Ascherbauer beleuchtete regionale und lokale Ereignisse um 1500 und produzierte anlässlich des Maximilianjahres die 50-Seiten-Publikation mit dem Titel „Kaiser Maximilian I. und Finstermünz“.

Zum Hintergrund der so genannten Schweizerkriege zeigt der Autor auf: „Streitigkeiten um Grenzen, Gebietsansprüche, Steuerrechte und Einflusssphären prägten seit dem 13. Jahrhundert das Verhältnis der Habsburger zu den Schweizern. Einen Höhepunkt erreichten diese Differenzen in der Regierungszeit von Kaiser Maximilian.“

Anfang März 1499 fiel „das wild kämpfende Schweizer Bauernheer in Nauders und Finstermünz ein“, so Ascherbauer, der sich auf den Historiker Albert Jäger im Büchlein „Der Engadiner Krieg 1499“ (erschienen 1838) beruft. Demnach soll „die Hauptmacht der Eidgenossen“ das Dorf Nauders überfallen und niedergebrannt haben. Auch Finstermünz fiel in die Hände der Schweizer. „Die Bündner mordeten und plünderten und was nicht von der Stelle zu bringen war, wurde mit Feuer verheert“, heißt es beim Tiroler Historiker Jäger.

Über den aus Habsburger Sicht unglücklichen Verlauf der Ereignisse wurde Maximilian in Landeck informiert. Er schwor, „die Engadiner zu züchtigen“. Am 28. Mai rückte er „mit einer beeindruckenden Streitmacht“ nach Naudersberg und weiter nach Glurns vor. Erbitterte Schlachten folgten – bis zum Frieden von Basel am 23. September 1499. Als Folge der Engadiner Kriege ließ Maximilian die Grenzstation Altfinstermünz am Inn zur Wehranlage ausbauen. Auch die neue Tiroler Wehrordnung, bei den Schützen bekannt als „Landlibell 1511“, trat in Kraft.