Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 17.03.2019


Tirol

Selbst ist die Baumeisterin: Unterstützung für Frauen in Tansania

Mit selbst gebauten Zementöfen in eine bessere Zukunft starten: wie die Katholische Frauenbewegung in Tansania Frauen unterstützt.

Das Umrüsten auf Energiesparöfen hat das Leben tansanischer Frauen erleichtert – sie haben ihre eigenen Warmhaltekörbe ...

© Katholische Frauenbewegung ÖsterDas Umrüsten auf Energiesparöfen hat das Leben tansanischer Frauen erleichtert – sie haben ihre eigenen Warmhaltekörbe ...



Innsbruck – Alle nennen sie Mama Chiku. Nicht nur ihre fünf Kinder und zehn Enkelkinder, auch die jungen Frauen im Dorf. Die 64-Jährig­e ist ihr Vorbild. Chiku Mohamme­d lebt in Olkokola in der Region Arusha im Nordosten Tansanias. Sie war eines der ersten Mitglieder der lokalen „Energiespargruppe“.

Die von ihr gebauten Zementöfen sind ihr ganzer Stolz. Das Know-how dafür kam von WODSTA, einer Organisation, die Entwicklun­g, Forschung und Technologien fördert. Die Schlüsselrolle spielen Frauen. Sie lernen, Energiesparöfen herzustellen, mit denen sie nicht nur die Umwelt schützen, sondern sich Einkommen und Unabhängigkeit erarbeiten. Mit der Aktion Familienfasttag unterstützt die Katholische Frauenbewegung die „tansanischen Baumeisterinnen“.

In Tansania, einem Land, das gut elfmal so groß ist wie Österreich, leben 57 Millionen Menschen, 80 Prozent davon am Land. Nur ein Bruchteil hat fließendes Wasser und elektrischen Strom, deshalb wird auf offenem Feuer mit Holz, Kerosin oder Holzkohle gekocht. Die Frauen atmen ständig Rauch ein. Chronische Bronchitis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Folgen. Die traditionellen Drei-Steine-Kochstellen schaden zudem der Umwelt, weil das Feuer mit Kohlendioxid und Ruß zwei starke Klimatreiber in die Luft trägt. Ein weiteres Problem ist die Abholzung der Wälder. Die von WODSTA ins Spiel gebrachte Lösung: Öfen, die kaum noch qualmen, damit weniger Schadstoffe freisetzen und den Feuerholzverbrauch drastisch senken. Die Ofen-Mission verbreitete sich schnell. Dabei liegt der Wandel in Händen der Frauen. Sie lernen, die Energiesparöfen selbst zu bauen. „Es ist beeindruckend, wie sich die Frauen auf die Workshops von WODSTA einlassen und wie sich das auf ihr Selbstwertgefühl auswirkt. Sie nützen die Möglichkeit der Teilhabe und bauen an einer besseren Zukunft für ihre Kinder mit“, freut sich Petr­a Unterberger.

Die Tirolerin ist stellv. Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreich und überzeugte sich vor Ort, wie die Partnerorganisation WODSTA Frauenleben in Tansania verändert. (TT)

Eine tansanische Frau mit einem Energiesparofen.
Eine tansanische Frau mit einem Energiesparofen.
- Katholische Frauenbewegung Öster
... und Briketts.
... und Briketts.
- Katholische Frauenbewegung Öster



Kommentieren


Schlagworte