Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 24.03.2019


Exklusiv

Der Rettungsdienst soll ohne Zivildiener auskommen

Geburtenschwache Jahrgänge und viele Untaugliche bringen Träger, die auf Zivis bauen unter Druck. Ein Systemwandel wird angedacht.

Es ist ein österreichisches Kuriosum: Im Rettungsdienst werden Zivildiener als vollwertige Sanitäter eingesetzt. Das sorgt nun für Diskussionen.

© APA/HANS KLAUS TECHTEs ist ein österreichisches Kuriosum: Im Rettungsdienst werden Zivildiener als vollwertige Sanitäter eingesetzt. Das sorgt nun für Diskussionen.



Von Alexandra Plank

Innsbruck– 50.000 Euro Minus, dieses finanzielle Desaster musste der Samariterbund Tirol im vergangenen Jahr verkraften. Wie Geschäftsführer Gerhard Czappek gegenüber der TT erklärt, waren fehlende Zivildiener dafür die Ursache. „Erstmals haben wir negativ bilanziert, wir mussten die Lücke durch Angestellte schließen“, sagt Czappek. Ein Rettungssanitäter koste allerdings 30.000 Euro pro Jahr. Der Geschäftsführer tritt für einen radikalen Systemwandel ein. „Heuer haben wir wieder mehr Zivildiener zugeteilt bekommen, auf lange Sicht sind die jungen Leute ein Unsicherheitsfaktor. Wir müssen erreichen, dass die Notfallrettung und qualifizierte Krankentransporte nur noch durch Hauptberufliche abgewickelt werden.“ Das bedeute einen großen finanziellen Brocken für die öffentliche Hand, aber die Organisationen müssten realistisch kalkulieren können. Derzeit würden sie auf dem Mehr, das Angestellte kosten, sitzen bleiben. „Zivildiener werden zwar zu Sanitätern ausgebildet. Richtig einsetzbar sind sie aber erst nach den neun Monaten, wenn sie wieder gehen“, so Czappek.

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