Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 22.03.2019


Exklusiv

Großer Ansturm auf Gymnasien in Innsbruck und Schwaz

Für 123 Tiroler Schülerinnen und Schüler gibt es vorerst im heurigen Herbst keinen Platz in einer ersten Klasse eines Gymnasiums — trotz AHS-Reife.

Nicht jeder, der die Kriterien für eine Aufnahme in einem Gymnasium erfüllt, wird ein solches ab Herbst auch besuchen können.

© iStockphotoNicht jeder, der die Kriterien für eine Aufnahme in einem Gymnasium erfüllt, wird ein solches ab Herbst auch besuchen können.



Von Nikolaus Paumgartten

Innsbruck – Alle Jahre wieder, gegen Ende März, zeichnet sich für Tirols Schülerinnen und Schüler der vierten Volksschulklassen ab, wohin im Herbst die Reise geht: ins Gymnasium oder in die Neue Mittelschule (NMS). Dieser Tage ist es wieder so weit und die Bildungsdirektion Tirol informiert Eltern und Kinder schriftlich, in welcher Schule der Sprössling voraussichtlich einen Platz bekommen wird – vorausgesetzt die schulischen Leistungen verschlechtern sich nicht bis zum Sommer. Doch wie bereits in den vergangenen Jahren wird dabei nicht jedes Kind mit AHS-Reife seine Wunschschule besuchen können. Einmal mehr sind es der Großraum Innsbruck – Hall und der Bezirk Schwaz, in denen Schülerinnen und Schüler trotz sehr guter bis guter Schulnoten nicht ins Gymnasium wechseln werden.

In Innsbruck betrifft das 41 Kinder, die bei ihrem Schulwunsch ein Gymnasium angeführt hatten, dort aber nun keinen Platz zugeteilt bekommen haben. 26 Schülerinnen und Schüler haben als Zweit- oder Drittwunschschule eine NMS angegeben und wurden daher dieser zugewiesen. Sechs weitere sind vorerst nicht an einer AHS im Großraum Innsbruck aufgenommen, werden aber aller Voraussicht nach das Gymnasium in Telfs oder Schwaz besuchen können. Insgesamt wurden in die 31 ersten Klassen der Gymnasien im Raum Innsbruck – Hall vorläufig 829 Kinder aufgenommen.

In den übrigen Bezirken Tirols wurden 1049 Kinder den Gymnasien zugeteilt. Die größten Platzprobleme gibt es allerdings nach wie vor in Schwaz: 56 Schülerinnen und Schüler haben trotz Gymnasialreife vorläufig keinen AHS-Platz erhalten. Hier wird in einer zweiten Runde noch geprüft, welche Zweit- oder Drittwunschschule in Frage kommt. Die Letztentscheidung fällt Ende April.

In Summe sind es damit vorerst 123 Kinder in Tirol mit AHS-Reife ohne Platz in einem Gymnasium – jene 26 im Großraum Innsbruck, deren Alternativwunschschule (NMS) bereits berücksichtigt wurde, miteingerechnet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der nicht zugewiesenen Schülerinnen und Schüler leicht gestiegen. Im März 2018 musste 105 Schülern mit Gymnasium-Wunsch eine vorläufige Absage erteilt werden. Besonders kritisch verlief die Verteilung im Jahr 2015, damals blieben in der ersten Runde im März 180 Tiroler Kinder mit AHS-Reife ohne einen Platz im Gymnasium.

Laut Bildungsdirektion kann es in den kommenden Wochen und bis zum Schulbeginn noch zu kleineren Verschiebungen kommen – etwa wenn sich die Noten im Endjahreszeugnis verschlechtern oder Eltern ihre Kinder von Schulen abmelden. Wer bisher noch keine Benachrichtigung von der Bildungsdirektion erhalten hat, müsse sich keine Sorgen machen – die Schreiben befinden sich dann noch auf dem Postweg, heißt es.