Letztes Update am Do, 21.03.2019 17:49

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kärnten

86-Jährige starb an Malaria: Erreger in Blutkonserve gefunden

Eine Kärntnerin starb nach einer Hüftoperation an Malaria. Wie sich nun herausstellte, befand sich der Erreger in einer Blutkonserve, die ihr während des Eingriffs gegeben wurde.

Die Kärntnerin starb Anfang der Woche im Elisabethinenspital in Klagenfurt an Malaria.

© APADie Kärntnerin starb Anfang der Woche im Elisabethinenspital in Klagenfurt an Malaria.



Klagenfurt, Wien – Eine Laboruntersuchung hat am Donnerstag Gewissheit gebracht: Eine 86 Jahre alte Kärntnerin ist diese Woche an Malaria gestorben, angesteckt wurde sie durch eine Bluttransfusion bei einer Operation in einem Klagenfurter Krankenhaus. In einer rückgestellten Probe wurde der Erreger nachgewiesen. Die Ergebnisse werden nun an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.

Diese ermittelt wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen, vorerst noch gegen unbekannte Täter. Blutspenden werden in Österreich nicht auf Malaria untersucht. Das Rote Kreuz betonte in einer Aussendung am Donnerstag, „dass von der Blutspendezentrale für Kärnten alle gesetzlichen Vorgaben jederzeit peinlich genau eingehalten werden“. Man teste Blutkonserven nicht auf Malaria, weil der Überträger in Mitteleuropa nicht heimisch sei und es für Personen, die nicht im Ausland waren, keine Risikoexposition gebe. Mittels Fragebogen erkenne man also ein Risiko. „Das Rote Kreuz geht davon aus, dass Blutspender, die freiwillig und unbezahlt etwas Gutes tun möchten, die Fragen im Spenderfragebogen nach bestem Wissensstand beantworten.“

Restrisiken ließen sich aber in der Medizin nie ganz vermeiden, hieß es in der Mitteilung. „Blut ist ein Notfallmedikament, das in medizinischen Ausnahmelagen auf ärztliche Anweisung gegeben wird, in denen es vielfach keine andere Möglichkeit gibt.“ Durch viele Maßnahmen seien Blutprodukte heute sehr sicher, das Restrisiko für Infektionen liege bei eins zu eine Million bis eins zu zehn Millionen.

„Das ist ein wirklich tragischer Fall, unser tiefstes Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden der Verstorbenen. Dem Roten Kreuz ist es ein großes Anliegen, hier komplette Klarheit zu erlangen und wir werden selbstverständlich unser Möglichstes dazu beitragen“, sagte Albert Sima, der ärztliche Leiter der Blutspendezentrale des Roten Kreuzes in Klagenfurt.

Frau nach OP an Malaria erkrankt und verstorben

Die Frau aus dem Bezirk Völkermarkt hatte sich im Februar im Klagenfurter Elisabethinenspital einer Hüftoperation unterzogen. Der Eingriff verlief problemlos, die Frau wurde auch bald wieder nach Hause geschickt. Wenig später erkrankte sie jedoch, bekam hohes Fieber und musste wieder ins Spital. Dort wurde Malaria diagnostiziert und die Frau auch darauf behandelt. Anfang dieser Woche starb sie an den Folgen der Infektion. Ihre Angehörigen versichern, sie habe sich nie in einem Malaria-Risikogebiet aufgehalten. (APA)