Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 30.03.2019


Bezirk Kufstein

Hiobsbotschaft in Wörgl: Der nächste beliebte Pfarrer geht

Nach Kufstein verliert auch Wörgl mit September seinen Pfarrer. Theo Mairhofers Wechsel sei „normales Prozedere“, trifft aber viele hart.

Seit Herbst 2003 leitet der in Thiersee geborene Theo Mairhofer die Pfarre Wörgl.

© SpielbichlerSeit Herbst 2003 leitet der in Thiersee geborene Theo Mairhofer die Pfarre Wörgl.



Von Jasmine Hrdina

Wörgl – Diese Nachricht wird für viele einer Hiobsbotschaft gleichen: Wörgls Pfarrer Theo Mairhofer wird die Gemeinde schon bald verlassen. Mit 1. September wechselt der beliebte Seelsorger in den Salzburger Pfarrverband Gasteinertal.

Die Wege des Herrn sind bekanntermaßen unergründlich, manchmal auch jene der Erzdiözese. Viele Kirchenmitglieder können diese Entscheidung nämlich nicht nachvollziehen. Dass ein Pfarrer nach 15 Jahren versetzt wird, um über andere „Schäfchen“ zu wachen, sei allerdings Usus, wie Pfarrgemeindeobmann Heinz Werlberger im Gespräch mit der TT erklärt. „Normalerweise wechseln Pfarrer nach maximal zehn Jahren, außer sie stehen kurz vor der Pension“, so Werlberger. Mairhofer ist bereits seit Herbst 2003 Pfarrer in Wörgl.

Im Salzburger Pfarrverband seien mit Dorfgastein, Bad Hofgastein, Bad Gastein und Böckstein gleich vier Gemeinden zusammengefasst, in denen aktuell „Not am (geistlichen) Mann“ herrsche. Es gebe viel zu wenig Priester. Man brauche dort jemanden, der die Herausforderungen stemmen könne. Und diese scheint man mit dem 1962 in Thiersee geborenen Mairhofer gefunden zu haben. „Auch wenn es uns sehr trifft – es ist das normale Prozedere“, meint Werlberger.

Für Wörgl würde sich jedenfalls leichter ein Nachfolger finden lassen, weil mit einem eigenen Pfarrgemeinderat, einem Kooperator und einem Pastoralassistenten eine „gute Struktur“ vorhanden sei. Ein neuer Geistlicher hätte damit einen leichteren Einstieg, schildert der Pfarrgemeinderatsobmann.

Mairhofer weilte gestern zu organisatorischen Gesprächen in Salzburg und war daher nur schwer erreichbar. Auch für ihn komme diese Entscheidung „überraschend“, meint er in einer ersten Reaktion gegenüber der TT. Die Diözese wird damit in Wörgl nicht nur den Pfarrer, sondern auch den Dechant nachbesetzen müssen.

Erst vor Kurzem wurde bekannt, dass Kufsteins Pfarrer Thomas Bergner seiner Gemeinde aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stehen wird (die TT berichtete). Sowohl er als auch Mairhofer erfreuen sich in der Bevölkerung großer Beliebtheit. Beide hinterlassen damit ihren Nachfolgern zwischenmenschlich große Fußstapfen.