Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 01.04.2019


“April, April!“

Mega-Projekt: Max in der Martinswand nimmt Form an

Konkrete Pläne für das weltgrößte Relief: Gesicht von Kaiser Maximilian I. in die Wand gemeißelt, dazu eine Aussichtsplattform und Seilbahn geplant.

So soll das Mega-Projekt in Zirl aussehen: Kaiser Maximilian I. wird in die Martinswand geschlagen – für das weltgrößte Relief.

© Visualisierung: Max500So soll das Mega-Projekt in Zirl aussehen: Kaiser Maximilian I. wird in die Martinswand geschlagen – für das weltgrößte Relief.



Zirl — Kaiser Max in der Martinswand. Die Sage kennt jeder. Im derzeit laufenden Maximilianjahr zu Ehren des Kaisers soll die Erzählung jetzt Realität werden. In Stein gemeißelte Realität. Denn wie am 1. April bekannt wird, soll das Gesicht von Kaiser Maximilian als größtes Relief der Welt in die Martinswand geschlagen werden.

Wie die TT exklusiv erfahren hat, ist das noch lange nicht alles. Eine Aussichtsplattform samt Gastronomie und eine Zubringerseilbahn sollen das Angebot abrunden. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ist im beschleunigten Verfahren bereits positiv erledigt worden. Es gab keine Parteienstellung für Bürger.

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In Zirl, wo die Pläne bereits trotzdem durchgesickert sind, soll jedenfalls große Freude herrschen über das neue touristische Zugpferd. Schließlich wird das Andenken an Kaiser Maximilian I. zu seinem 500. Todestag wohl für die kommenden 500 Jahre Maßstäbe setzen. Auch touristisch soll das Projekt natürlich genutzt werden. So gibt es Gerüchte, dass am Fuße der Martinswand auch ein Hotel geplant sein soll.

Der TT jedenfalls liegt eine Machbarkeitsstudie des Landes vor: Der Inhalt dürfte für Aufsehen sorgen. Ähnlich dem berühmten Mount Rushmore National Memorial in den USA, das bekanntlich vier einstige Präsidenten zeigt, soll in Zirl der „Mount Max" entstehen. Ähnlichkeiten wohl erwünscht. Nur wollen es die Betreiber noch ein weniger größer haben — siehe die Visualisierung oben. Damit soll der Maximilian in der Martinswand zum größten Relief der Welt werden — und zum Publikumsmagneten.

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Aus der Machbarkeitsstudie geht auch hervor, dass bereits diverse Finanzierungszusagen vorhanden sind. Auch seitens der öffentlichen Hand. Ebenfalls im Boot: ein international bekannter Tiroler Bauunternehmer. Die Behörde gab bereits grünes Licht für das Projekt. Das dürfte nach Bekanntwerden der Pläne, heute am 1. April, dann aber doch für gehörigen Wirbel sorgen. Schließlich verläuft die Zubringerseilbahn direkt über die Autobahn und das Relief verändert den altbekannten Blick auf die Wand nachhaltig. Das (ultra-)beschleunigte UVP-Verfahren kam dabei österreichweit zum ersten Mal zum Einsatz.

Begeistert zeigen sich die Tourismusverbände. Von einem „einzigartigen touristischen Highlight" ist die Rede. Bei der Innsbruck Tourismus soll es schon erste Konzepte dafür geben, wie man vor allem Gäste aus China und Indien nach Zirl locken kann.

Jedenfalls würden „solche monumentale Installationen" im Trend liegen, wie es aus Insiderkreisen heißt. Ob das „herausragende Bauwerk" letztlich tatsächlich den internationalen Namen „Mount Max" tragen wird, ist vorerst wie so vieles andere noch unklar. Denn sowohl vom Starttermin wie von einer möglichen Bauzeit war vorerst nichts zu erfahren. Hier hüllt man sich in Schweigen.

Funktioniert das Konzept aber, dann gibt es schon weitere Pläne. Neben dem Gesicht von Maximilian I. soll dann auch noch Maria von Burgund im Fels verewigt werden. (TT, max)

Neuer Name für Maria Brettfall

Strass — Auch in Strass gibt es große Pläne bezüglich eines bekannten Felsmassivs. Nämlich jenes, auf dem das Wallfahrtskirchlein Maria Brettfall thront. Nachdem die Klettersteigpläne ad acta gelegt worden sind, erfuhr die TT von verträglicheren Plänen zur Belebung des Ortes. Anlass ist das 25-Jahr-Jubiläum der Jungen Zillertaler im heurigen Jahr: Zu Ehren der Band sollen 25 Meter hohe Holzbuchstaben mit dem Schriftzug JUZIWOOD auf den Fels bei Maria Brettfall montiert werden. Die Vorbereitungen liefen in der letzten Woche auf Hochtouren. Alle Genehmigungen für die dauerhafte Anbringung des Schriftzuges liegen bereits vor, mit der Realisierung der Pläne wird ab heute gestartet. (TT, juz)