Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 02.04.2019


Tirol

Entminungsdienst wurde im Vorjahr 48-mal nach Tirol gerufen

Im Schnitt fast einmal pro Woche sind die Experten des Bundesheeres im vergangenen Jahr für Entschärfungen von Kriegsrelikten oder anderen explosiven Waffen nach Tirol gerufen worden.

1,2 Tonnen Munition wurden 2018 in Tirol geborgen.

© boehm1,2 Tonnen Munition wurden 2018 in Tirol geborgen.



Wörgl, Hörsching – Abgesperrte Straßen, evakuierte Häuser und ein vorübergehend eingestellter Zugverkehr – der Fund einer Fliegerbombe am vergangenen Mittwochnachmittag in Wörgl war für zahlreiche Anrainer der Ladestraße das Thema der Woche. Das 120 Zentimeter lange und 250 Kilogramm schwere Kriegsrelikt konnte schließlich am Abend vom Entminungsdienst entschärft und abtransportiert werden.

Im Schnitt fast einmal pro Woche sind die Experten des Bundesheeres im vergangenen Jahr für diese Aufgabe nach Tirol gerufen worden. Bei den 48 Einsätzen wurden insgesamt 1,2 Tonnen Munition sichergestellt. Zuständig ist der Entminungsdienst des Heeres für alle Arten von Munition, die aus der Zeit vor 1955 stammt und auf österreichischem Bundesgebiet aufgefunden wird, wie Wolfgang Korner, Leiter des Entminungsdienstes, erklärt. „Größtenteils handelt es sich um Erdfunde, die bei Bauarbeiten entdeckt werden“, so Korner. Nach einer ersten Begutachtung durch einen Sprengsachverständigen der Polizei wird meist ein Sicherheitsabstand von 100 Metern festgelegt und dann der Entminungsdienst informiert. Dieser verfügt über 15 Mitarbeiter und zwei Außenstellen: Graz und Hörsching bei Linz. Letztere ist für die Entschärfung und den Abtransport von Funden in Westösterreich zuständig.

„Entschärft werden die Bomben direkt vor Ort, anschließend werden sie abtransportiert und zunächst gelagert“, erklärt Korner den Ablauf. Ein- bis zweimal pro Jahr werden die Funde dann am Truppenübungsplatz Allentsteig in Niederösterreich vernichtet. „Werden Kriegsrelikte bei Bauarbeiten gefunden, dann sind die Entschärfung, der Abtransport und die Vernichtung kostenlos“, betont Korner.

In ganz Österreich wurden vergangenes Jahr bei rund 1100 Einsätzen insgesamt 35,3 Tonnen Kriegsmaterial durch den Entminungsdienst geborgen. (np)