Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 03.04.2019


Bezirk Kitzbühel

St. Johann macht einen Blick in die Zukunft

Mit dem zu erstellenden Leitfaden „St. Johann 2030–2050“ soll die Entwicklung der Marktgemeinde vorangetrieben werden.

Die Neugestaltung des Zentrums war eines der Leuchtturmprojekte aus dem nun auslaufenden Leitfaden „St. Johann 2020“. Nun soll ein neuer für die Periode bis 2050 erstellt werden.

© Michael MaderDie Neugestaltung des Zentrums war eines der Leuchtturmprojekte aus dem nun auslaufenden Leitfaden „St. Johann 2020“. Nun soll ein neuer für die Periode bis 2050 erstellt werden.



Von Harald Angerer

St. Johann i. T. – Leitbilder haben gerne die Eigenschaft, dass sie, einmal aufwändig erstellt, nur allzu oft in den Schubladen der Gemeinden verschwinden. Nicht so in St. Johann. Vielleicht liegt es auch daran, dass man es in der Marktgemeinde nicht Leitbild, sondern Leitfaden nennt. Und einen solchen hatte man bereits im Jahr 2011 unter dem Namen „St. Johann 2020“ erstellt. „Nächstes Jahr ist bereits 2020 und wir konnten in den vergangenen Jahren vieles aus dem erarbeiteten Leitfaden umsetzen“, berichtet Marije Moors, Ortsmarketing-GF, kürzlich den Gemeinderäten.

Jetzt gelte es den Prozess weiterzuführen. Aus diesem Grund soll ein neuer Leitfaden erstellt werden, mit dem Namen „St. Johann 2030–2050“. Dieses Mal wolle man aber sehr prozessorientiert und nicht themenorientiert vorgehen, „es gibt also keine Themenvorgaben“, betont Moors. Die Ausarbeitung des neuen Leitfadens soll in den nächsten zwei Jahren stattfinden. Insgesamt werden die Kosten für den Prozess mit 70.000 Euro beziffert, da man auf eine professionelle Begleitung zurückgreifen werde.

Es gelte auch in Zukunft Herausforderungen zu meistern und strategische Projekte zu definieren. Eines der Projekte des abgelaufenen Leitfadens war zum Beispiel die Neugestaltung des Ortskerns. Diese habe sehr viel positives Echo mit sich gebracht. „Wir sind mit „St. Johann 2020“ große Schritte vorausgegangen. Nun müssen wir den nächsten Schritt machen“, sagt Vizebürgermeister Hubert Almberger (VP). Er ist überzeugt, dass der bisherige Leitfaden sehr viel gebracht hat.

„Es gab in den vergangenen Jahren einen spürbaren Aufwind in St. Johann. Ich finde die Summe zwar etwas hoch, ich war aber auch beim ersten Mal schon vorher skeptisch. Es wird aber wohl was bringen“, sagt GR Peter Wallner (SPÖ).

Natürlich sei ein solcher Leitfaden in gewissem Maß ein Luxus, räumt Moors ein, „aber er macht sich absolut bezahlt“, betont sie. Das sahen auch die St. Johanner Gemeinderäte so, denn sie stimmten „St. Johann 2030–2050“ einstimmig zu. Bei den Kosten sei aber noch nicht das letzte Wort gesprochen, betonte Moors, denn man habe zum Beispiel um Förderung beim Regionalmanagement Regio 3 angesucht. Hier sei auch ein Beitrag zu den veranschlagten Kosten zu erwarten.