Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 03.04.2019


Bezirk Kufstein

Wörgler Pfarrer geht: „Gemeinde ist mehr als ihr Pfarrer“

Seine Versetzung nach Salzburg sieht der Pfarrer von Wörgl/Bruckhäusl pragmatisch. Die Suche nach einem „weltoffenen“ Nachfolger läuft.

Pfarrer Theo Mairhofer (l.) und PGR-Obmann Heinz Werlberger hoffen auf einen Nachfolger, der mit der „Vielfalt in Wörgl“ umgehen kann.

© HrdinaPfarrer Theo Mairhofer (l.) und PGR-Obmann Heinz Werlberger hoffen auf einen Nachfolger, der mit der „Vielfalt in Wörgl“ umgehen kann.



Von Jasmine Hrdina

Wörgl – „Natürlich bin ich traurig, aber es dient dem Ganzen“, sieht Theo Mairhofer seine Versetzung pragmatisch. Wie berichtet, wird das geistliche Oberhaupt des Pfarrverbands Wörgl/Bruckhäusl und Regionaldechant mit 1. September in den Pfarrverband Gasteinertal (Salzburg) wechseln. Ein „normales Prozedere nach 15 Jahren“, wie der Obmann des Pfarrgemeinderats (PGR) Heinz Werlberger betont. Dennoch sei es ein schmerzhafter Abschied.

Gerade während der laufenden Kirchenrenovierung habe man gemerkt, dass Mairhofer „mit seiner offenen und humorvollen Art viele Menschen anspricht“, erklärt Werlberger. Spenden seien auch von jenen gekommen, die nicht in die Kirche gehen. „Eine christliche Gemeinde ist mehr als nur ihr Pfarrer. Sie steht und fällt auch nicht nur mit ihm“, meint dazu der Pfarrer selbst.

8000 Katholiken warten in Wörgl/Bruckhäusl auf den neuen Priester, der sich auf Menschen aus 70 verschiedenen Nationen einstellen muss. „Wenn einer meint, dass nur das Seine Gültigkeit hat, wird er die Gemeinde spalten“, ist Mairhofer überzeugt. Werlberger hofft auf einen „weltoffenen, theologisch aufgeschlossenen und teamfähigen Menschen“. Bis Ende Mai dürfte der Nachfolger feststehen. Diesem steht mit Kooperator Christian Hauser, Pastoralassistent Christian Ehrensberger, den Pfarrsekretärinnen Ingrid Spitzenstätter und Maria Jorstad-Perger sowie dem Pfarrgemeinderat ein eingespieltes Team zur Seite. Anders sehe das in Thiersee-Landl aus, wo Mairhofer aufgrund eines Krankheitsfalls seit Kurzem als Pfarrprovisor einspringt. Dort habe der nächste Priester kein personelles Back-up. Er wird sich also allein für den Weg entscheiden müssen, den der Pfarrverband einschlagen soll.

Was wird Mairhofer am meisten vermissen? „Die Leute. Hier ist meine Heimat. Ich verlasse meine Freunde“, zeigt sich der Pragmatiker dann doch gefühlsbetont. Als Skifahrer freue er sich aber auf die Pisten im Gasteinertal. Ein Abschiedsfest ist für August geplant, der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

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