Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 03.04.2019


Exklusiv

Sesselrücken an der Innsbrucker Stadtpolizei-Spitze

Innsbrucks Polizei-Chef Martin Kirchler ist offenbar zu Höherem berufen. Und das liegt am Innrain.

Innsbrucks Polizei-Chef Martin Kirchler soll in die Landespolizeidirektion wechseln.

© ZOOM-TIROLInnsbrucks Polizei-Chef Martin Kirchler soll in die Landespolizeidirektion wechseln.



Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Martin Kirchler, bald Stadt-Polizeikommandant a. D. (außer Dienst)? Derzeit verdichten sich die Gerüchte, dass der Unterländer noch heuer vom Stadtpolizeikommando in der Kaiserjägerstraße in die Landespolizeidirektion am Innrain wechselt. Wenn die Spatzen am Polizeidach Recht behalten, wird Kirchler dort das Büro A1, zuständig für Organisation, Strategie und Dienstvollzug, übernehmen. Und zwar von Johannes Strobl, der die Nachfolge des kürzlich pensionierten stv. Polizeidirektors Norbert Zobl antreten soll. Wer künftig Kirchlers Zepter bei der Innsbrucker Polizei führen wird, ist noch ein großes Geheimnis. Als Favorit gilt Romed Giner, derzeit Polizeikommandant im Bezirk Schwaz. Allerdings ist immer öfter von einem Überraschungskandidaten die Rede. Und der soll aus einem anderen Bundesland kommen.

Wer auch immer das Rennen macht, übernimmt eine Stadt mit Brennpunkten, aber auch gelösten Problemen. Unter Kirchlers Führung gelang der Innsbrucker Polizei, was jahrzehntelang unmöglich schien: die Auflösung des zuletzt ausufernden Straßenstrichs. Auch die Nordafrikaner-Szene ist aus dem Straßenbild, den Polizeiberichten und den Schlagzeilen weitgehend verschwunden. Der Kampf gegen die vormals wuchernde Glücksspielbranche kann ebenfalls als Erfolg verbucht werden.

Sollte Kirchler tatsächlich in die Landespolizeidirektion wechseln, dürften künftig vor allem seine organisatorischen Fähigkeiten gefragt sein. Als Leiter des Büros A 1 muss er die Arbeitsbelastung in den verschiedenen Dienststellen beurteilen und die Personalressourcen dementsprechend verteilen.

Mit Zobls Abschied hat das Besetzungkarussel bei der Tiroler Polizei endgültig Fahrt aufgenommen. Heuer und in den kommenden zwei Jahren werden zahlreiche Führungskräfte altersbedingt in den Ruhestand wechseln. Darunter auch mehrere Großkaliber. So wird das Landeskriminalamt in absehbarer Zeit unter einer neuen Führung sein. Der stv. Chef Christoph Hundertpfund soll noch im Sommer in den Ruhestand treten. Und auch LKA-Leiter Walter Pupp hat das Pensionsalter bereits erreicht. Mit Katja Tersch könnte erstmals eine Frau das Landeskriminalamt übernehmen.

In Innsbruck nimmt voraussichtlich ebenfalls im Sommer Kripo-Chef Hubert Riml den Hut. Seit Montag hat Christoph Kirchmair, zuletzt stv. Kommandant im Bezirk Innsbruck-Land, die provisorische Führung der Kriminalpolizei übernommen. Durchaus möglich, dass daraus eine Dauerlösung wird.