Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 09.04.2019


Osttirol

Neuer Raum in Lienz für Frauen, die sich nicht zum AMS trauen

Das Frauenberufszentrum Lienz bietet mit dem neuen „Frauenraum“ einen inoffiziellen Treffpunkt, der den Weg zum Job erleichtern soll.

Itta Tenschert (l.), Leiterin des Frauenberufszentrums Osttirol, stellt gemeinsam mit Katja Gander vom AMS Tirol das neue Angebot vor: den „Frauenraum“, der einen formlosen Zugang zum Arbeitsmarkt bietet.

© OblasserItta Tenschert (l.), Leiterin des Frauenberufszentrums Osttirol, stellt gemeinsam mit Katja Gander vom AMS Tirol das neue Angebot vor: den „Frauenraum“, der einen formlosen Zugang zum Arbeitsmarkt bietet.



Von Catharina Oblasser

Lienz – Eine Anmeldung ist nicht nötig, einfach vorbeikommen genügt: Das gilt für den neuen „Offenen Frauenraum“, den es ab dem 24. April in Lienz gibt. Angesiedelt ist er im Frauenberufszentrum (FBZ) in der Beda-Weber-Gasse 6a. Jeden Mittwoch von 10 bis 12 Uhr steht der Raum allen Interessentinnen offen. Geboten wird ein IT-Café, das den Besucherinnen den Umgang mit Computern näherbringen soll. Sie können dort üben, eigene Unterlagen ausdrucken oder Fotos einscannen.

Kürzlich stellten FBZ-Leiterin Itta Tenschert und Katj­a Gander vom AMS Tirol das neue Angebot vor. „Wir möchten Frauen erreichen, die fern vom Arbeitsmarkt sind, weil sie zum Beispiel lange nicht mehr in einem Job waren“, erklärt Katja Gander, die beim AMS Tirol für die Gleichstellung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt zuständig ist. „Auch Frauen mit Migrationsgeschichte sind angesprochen.“

Itta Tenschert beschreibt, was den neuen Raum so besonders macht: „Während das FBZ nur Frauen berät, die bereits beim AMS als arbeitssuchend vorgemerkt sind, ist der Frauenraum offen für alle. Eine Meldung beim AMS ist keine Voraussetzung.“

Dass ein möglichst einfacher und niederschwelliger Einstieg ins Berufsleben nötig ist, erklärt Itta Tenschert so: „Aus meiner Erfahrung im FBZ weiß ich, dass vielen Frauen das Selbstbewusstsein fehlt, sich nach einem Job umzuschauen, wenn sie schon lange nicht mehr – oder vielleicht sogar noch nie – berufstätig waren. Sie haben eine große Scheu, zum AMS zu gehen, und denken, dass ohnehin nur junge Leute gefragt sind. Die eigenen Kenntnisse betrachten sie als hoffnungslos veraltet und sich selbst als chancenlos.“ Im Frauenraum versuchen die Betreuerinnen, diese Ängste zu mildern und konkrete Strategien mit den Betroffenen zu finden. Ein Schwerpunkt ist deshalb der Umgang mit dem Computer.

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Das neue Angebot kommt nicht von ungefähr zu Zeiten von niedriger Arbeitslosigkeit, wo Firmen Probleme haben, überhaupt noch Personal zu finden. „Wir wollen damit auch die Arbeitskräfte-Reserven anzapfen, die es noch gibt“, erklärt Katja Gander. Der „Offene Frauenraum“ wird ebenso wie das FBZ vom AMS finanziert. Lienz ist nach Innsbruck der zweite Standort in Tirol.

Am Mittwoch, den 24. April, gibt es ab 10 Uhr ein Spezialprogramm im Frauenraum: Itta Tenschert berät unter dem Motto „Arbeit suchen in Osttirol“ über grundlegende Fragen rund um Arbeitsmarkt und Jobsuche.