Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 15.04.2019


Bezirk Imst/Kitzbühel

Palmlatten fast so hoch wie ein Kirchturm

Fünf Gruppen ritterten auch heuer in Imst wieder um die längste Latte. Und vorab: Erstmals gab es zwei Sieger.

In Erl sorgten die Grawe-Brüder für Aufsehen – Valentin (2.v.l.) rückte mit seinen Drillings-Brüdern (v.l.) Korbinian, Severin und Kassian aus.

© KitzbichlerIn Erl sorgten die Grawe-Brüder für Aufsehen – Valentin (2.v.l.) rückte mit seinen Drillings-Brüdern (v.l.) Korbinian, Severin und Kassian aus.



Imst, Erl – Die Palmbuschen hatten gestern wieder Hochsaison. In kaum einer Stadt oder einem Dorf in Tirol konnte man keine der bunt geschmückten Latten sehen. Die Palmweihe und -prozession ließen sich auch die Drillinge Korbinian, Severin und Kassian Grawe und ihr großer Bruder Valentin in Erl nicht entgehen. Nach der Zeremonie durften sie dann endlich die leckeren Palmbrezeln verputzen.

In manch einem Örtchen ging es aber nicht nur um die Optik der Buschen. Was für Siena der Palio (das Pferderennen der Stadtteile am großen Hauptplatz), das stellt in der Stadt Imst gewissermaßen alljährlich der Wettstreit um die höchste Palmlatte dar: Fünf Gruppen ritterten auch heuer wieder um die längste Latte. Und vorab: Erstmals – zumindest seit Menschengedenken – gab es zwei Sieger.

Mit jeweils 34,5 Metern erklärte BM Stefan Weirather die Palmlatten der „Scheller & Roller“ sowie der „Emil Bäck“-Gruppierung zu den Siegern. „Sirapuit“ und „Spitzäcker“ hatten das Nachsehen, und die „Zebisch“-Gruppe ließ ihre erst gar nicht messen – was doch zu einigen Diskussionen führte. Die „Zebisch“-Gruppe erkannte ihrerseits bei der Konkurrenz nicht regelkonforme, weil nicht aufrechte, sondern gebogene Palmlatten.

Stadtchef Weirather ließ sich nicht irritieren und entschied auf den Doppelsieg. Allerdings empfiehlt er den rivalisierenden Gruppen eine baldige Aussprache: „Man sollte überlegen, ob nicht die längste, sondern jene, die aufgestellt den höchsten Punkt erreicht, gewinnt. Mit Lasertechnologie ist das heute alles möglich“, so der Bürgermeister. (pascal, jazz)

In Imst hieß es für die Männer anpacken.
In Imst hieß es für die Männer anpacken.
- Paschinger