Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 17.04.2019


Bezirk Schwaz

Strenge Tage für die Frau Pfarrerin in Jenbach

Seit November des Vorjahres hat die evangelische Pfarrgemeinde Jenbach mit mehreren Außenstellen wieder eine Seelsorgerin. Andrea Petritsch richtet ihren Fokus vor allem auf Familien und Kinder im Bezirk.

Die Pfarrerin Andrea Petritsch mit Standort in Jenbach hat rund 1050 Gläubige zu betreuen.

© ZwicknaglDie Pfarrerin Andrea Petritsch mit Standort in Jenbach hat rund 1050 Gläubige zu betreuen.



Von Walter Zwicknagl

Jenbach – Pfarrerin Andrea Petritsch wird am Karfreitag zwischen Jenbach, Wattens und Vorderlanersbach hin- und herpendeln. Denn am höchsten Feiertag der evangelischen Pfarrgemeinde ist voller Einsatz nötig. „Der Wechsel von Floridsdorf nach Jenbach im November des Vorjahres war schon eine Umstellung. Aber ich fühle mich angekommen. Mir wird das Gefühl vermittelt, trotz der Tatsache, dass Evangelische in der absoluten Minderheit sind, doch willkommen zu sein“, sagt die Pfarrerin. Schon am Tag ihrer Amtseinführung hat sie eine Unterländer Tracht bekommen und diese auch schon öfter getragen. In ihrem Wirkungsbereich sind an die 1050 Gläubige zu betreuen.

Neben dem normalen Programm einer Pfarrgemeinde richtet sie ihren Fokus auf Familien und Kinder. „Ich möchte Möglichkeiten eröffnen, dass Eltern mit ihren Kindern Lust haben, den Jahreskreis mit den Festen der Kirche zu feiern“, zeigt die Pfarrerin auf. Dafür gebe es Familiengottesdienste, Kirche Kunterbunt und einen neuen Kirchenraum. „Der Fernsehgottesdienst am 27. Oktober wird den Kinderschwerpunkt haben. Mit dabei ist auch der Kinderliedermacher Reinhard Horn“, verrät sie schon jetzt. Und ein Fixpunkt ist bereits die Lange Nacht im evangelischen Gemeindezentrum in Schwaz. Aber auch eine Art Wohnzimmergottesdienste im kleinen Kreis sind ihr ein Anliegen. Erst kürzlich gab es einen solchen in Mayrhofen. Sie möchte sich nicht aufdrängen, aber auch nicht zu wenig präsent sein. Übrigens: Den Jenbacher Kirchengarten will sie als öffentlichen Garten für Senioren anbieten.

In Tirol fühlt sie sich gut aufgenommen.
In Tirol fühlt sie sich gut aufgenommen.
- Zwicknagl

Wichtig ist Petritsch das ökumenische Miteinander. „Das kann noch vertieft und ausgeweitet werden. Aber ich fühle mich voll akzeptiert“, stellt sie lachend fest. Es mache Freude, in der Volksschule Jenbach ökumenische Andachten gemeinsam mit den Religionslehrern und dem katholischen Kollegen zu halten. Froh ist Andrea Petritsch, dass sie einen engagierten Kern von Helfern um sich hat. So nebenbei erwähnt die vierfache Mutter, dass seit dem Jahr 2011 Tochter Angelika Pfarrerin in Wiener Neustadt ist.

Auch für die österreichweite Karfreitagsdebatte hat sie eine Antwort parat. „Ich finde es nicht gut, dass so ein wichtiger Feiertag ins persönliche Belieben gerät. Denn für den christlichen Glauben sei er konstitutiv, also gäbe es kein Christentum ohne Karfreitag. Es ist der Tag, an dem über negative Seiten des Lebens nachgedacht wird. Eine Gesellschaft, die das ausspart, betrügt sich selbst. Karfreitag gibt Ohnmacht zu und möchte Schwäche zugestehen und sagen: Gott ist auch da.“

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