Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 17.04.2019


Bezirk Schwaz

„Tankstellen-Tourismus“: Vomper fordern Lkw-Fahrverbote

Der „Tankstellen-Tourismus“ lässt die lärmgeplagten Vomper auf die Barrikaden gehen.

Direkt an der Tankstelle beginnt das Fahrverbot für Lkw ab 7,5 Tonnen. Doch bis dorthin können sie verkehren.

© FankhauserDirekt an der Tankstelle beginnt das Fahrverbot für Lkw ab 7,5 Tonnen. Doch bis dorthin können sie verkehren.



Von Eva-Maria Fankhauser

Vomp, Schwaz – Sie können es langsam nicht mehr hören. Der Verkehrslärm hängt den Vompern bei den Ohren raus. Die Transitforum-Gruppe Xund’s Vomp geht nun gegen den „Tankstellen-Tourismus“ in ihrer Gemeinde vor.

„Es muss etwas passieren“, stellt Fritz Gurgiser vom Transitforum Tirol klar. Täglich würden unzählige Lkw von der Autobahn bei Schwaz abfahren und eine der beiden „Billig-Tankstellen“ ansteuern. Zwar gibt es bereits seit über zehn Jahren ein Fahrverbot für Lkw mit 7,5 Tonnen auf der Gemeindestraße Au im Ortsteil Fiecht-Au, aber das sei zu wenig. „Da halten die Lkw dann plötzlich auf der Straße oder fahren halt bei der Bushaltestelle rechts ran. Aber sie sollten erst gar nicht da hinkommen“, sagt Gurgiser. Denn genau dort ist eine Tankstelle, die die Lkw anlocke. „Es ist Zeit, dass dieses Fahrverbot täglich exekutiert wird“, sagt Gurgiser.

Vom Fahrverbot nicht betroffen ist zudem die Zufahrt zu einer Tankstelle zwischen Planlicht und Haidacher – direkt im Anschluss an die Autobahnabfahrt in Schwaz. „Dort verursachen die Lkw, die zur Billigdiesel-Tankstelle fahren, vor allem in den Morgen- und Abendstunden immer wieder Staus“, erklärt Gurgiser. Laut ihm macht die Polizei dort zwar Geschwindigkeits­messungen wegen Rasern, aber die „Lenkradlohnsklaven“ holt sie nicht von der Straße. „Diese Lkw-Fahrverbote sind aus Sicht unserer Mitglieder veraltet, nicht mehr zeitgemäß, werden real völlig unzureichend kontrolliert und müssen daher auf ihre Wirksamkeit geprüft und neu aufgestellt werden“, sagt Gerhard Steinlechner, Obmann von Xund’s Vomp und fordert die Bezirkshauptmannschaft auf zu handeln.

Bezirkshauptmann-Stv. Wolfgang Löderle, zuständig für Verkehr und Sicherheit, war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

„Wir sehen keinen Mehrwert in diesen Tankstellen. Wir stemmen uns schon seit Jahren dagegen“, sagt Vomps Vizebürgermeister Klaus Mair. Bald stehe ein Termin mit der BH Schwaz an – es komme Bewegung ins Spiel. „Das Lkw-Fahrverbot wird ignoriert und kaum geahndet. Darunter leiden sowohl der Verkehr zwischen Schwaz und Vomp, als auch die Vomper selbst“, sagt Mair. Er fordert mehr Kontrollen der Polizei. Es müssten endlich entsprechende Maßnahmen gesetzt werden.