Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 18.04.2019


Bezirk Reutte

Nobelhotelprojekt bei Festspielhaus Füssen

Die Animation zeigt das geplante Fünfsternehotel am Forggensee direkt beim Ludwigs Festspielhaus Füssen, das damit langfristig auf wirtschaftlich gesunde Beine gestellt werden soll. Naturschützer und Fischer machen allerdings gegen das Projekt mobil.

© Krause Bohne Architects PlannersDie Animation zeigt das geplante Fünfsternehotel am Forggensee direkt beim Ludwigs Festspielhaus Füssen, das damit langfristig auf wirtschaftlich gesunde Beine gestellt werden soll. Naturschützer und Fischer machen allerdings gegen das Projekt mobil.



Füssen – Die Allgäuer Besitzer des Festspielhauses Füsse­n, die es vor drei Jahren übernommen haben, wollen mit einem Fünfsternehotelprojekt sicherstellen, dass das Haus nicht allein von den Einnahmen der Veranstaltungen abhängig bleibt – ein mühsames Unterfangen ohn­e staatliche Förderungen. Die Vergangenheit inklusive Konkursen zeigte, dass das Erreichen einer schwarzen Null schon eine große Leistung wäre. Aktuell sei dies auch mit 120.000 Besuchern im Jahr nicht möglich. Das geplante Hotel soll zu einer gegenseitigen Befruchtung von Kulturbetrieb und Unterbringung führen. Das international tätige Architekturbüro „Krause-Bohne“ plante eine Anlage mit 300 Betten auf Fünfsterneniveau samt 3000-m²-Wellnessbereich und Tagungszentrum. Das Gebäude würde 144 Meter lang werden und in den Forggensee hineinragen. Genau hier kommen die Gegner ins Spiel. Der Kreisfischereiverein als direkter Nachbar, örtlicher Bund Naturschutz und Landesbund für Vogelschutz laufen Sturm dagegen. Auch ein Einlenken der Eigentümer (Reduzierung der Länge um 15 Meter) brachte keine Entspannung. Die Gegner kündigen Klagen gegen den Bebauungsplan an. Ultima Ratio sei es, einen Bürgerentscheid in Füssen einzuleiten.

Das Festspielhaus Füssen ist sowohl Kulturmagnet für Besucher aus dem Bezirk Reutte als auch Arbeitgeber für Außerferner. (hm)