Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 18.04.2019


Innsbruck-Land

Unterperfer Seniorenheim präsentiert sich in frischem Glanz

Knapp 3 Mio. Euro investierten das Land und die Verbandsgemeinden ins Unterperfer Heim – in mehr Qualität, aber nicht in mehr Betten.

Heimleiter Hans Schermer (4. v. r.), seine Mitarbeiter Tamara Falkner (Mitte) und Nikolaus Gutleben (r.) sowie die Bürgermeister der Verbandsgemeinden sind stolz auf die Erweiterung des „Seniorenheims Teresa“.

© DomanigHeimleiter Hans Schermer (4. v. r.), seine Mitarbeiter Tamara Falkner (Mitte) und Nikolaus Gutleben (r.) sowie die Bürgermeister der Verbandsgemeinden sind stolz auf die Erweiterung des „Seniorenheims Teresa“.



Von Michael Domanig

Unterperfuss – Für Verbands-obmann BM Rudolf Häusler aus Kematen ist es ein „Musterbeispiel für interkommunale Zusammenarbeit“: Seit März 2018 wurde das „Seniorenheim Teresa“ in Unterperfuss umfassend modernisiert und erweitert – kürzlich wurden die neuen Räumlichkeiten übergeben.

Man habe „bewusst nicht in den Ausbau von Betten investiert“, betonte Häusler – deren Anzahl bleibt bei 73, davon zwei Kurzzeitpflegebetten – sondern in „Wohlfühlbereiche“ und „qualitative Steigerungen“. Schließlich sei das Heim keine „bilanzaktive Gesundheitsmaschinerie“, es gehe um „Wertschätzung“ für die ältere Generation.

Neu geschaffen wurde ein Trakt mit fünf Wohnküchen. Diese würden es erlauben, „Normalität“ zu leben und die Bewohner zu aktivieren, etwa zu einfachen Haushaltstätigkeiten oder zum Kuchenbacken, freuen sich die stellvertretende Pflegedienstleiterin Tamara Falkner und Diplom-Sozialbetreuer Nikolaus Gutleben. Zugleich seien nun flexiblere Essenszeiten möglich.

Neu sind unter anderem fünf Wohnküchen und ein größeres Café.
Neu sind unter anderem fünf Wohnküchen und ein größeres Café.
- Domanig

Café, Küchenbereich, Veranstaltungsraum, Wäscherei und Umkleiden wurden vergrößert, der Verwaltungsbereich adaptiert. Gegebenenfalls wäre auch noch Raum für einen Bettenausbau vorhanden, so BM Johanna Obojes-Rubatscher aus Oberperfuss, unter deren Ägide als Verbandsobfrau der Modernisierungsprozess eingeleitet wurde. Voraussetzung für die Erweiterung sei der rechtzeitige Grundankauf im Süden des Areals gewesen, stellt Standortbürgermeister Georg Hörtnagl aus Unterperfuss klar. Dort wurde auch ein demenzgerechter Garten mit Rundweg angelegt, Hochbeete zum Garteln sollen folgen.

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Zur Gesamtinvestition von 2,9 Mio. Euro steuerte das Land 1,4 Mio. Euro bei, den Rest tragen die sieben Verbandsgemeinden (zu denen noch Ranggen, Sellrain, Gries und St. Sigmund zählen).

Zwischenzeitlich hatte das Heim mit Personalmangel zu kämpfen, unter dem neuen Heimleiter Hans Schermer hat sich die Lage aber schon länger beruhigt. Derzeit liege der Personalstand bei 80 „Köpfen“, davon über 60 in der Pflege. Man sei aber – wie wohl jedes Haus in ganz Tirol – weiter auf der Suche, „vor allem nach diplomiertem Personal“, so Schermer. Nach den Vorgaben des Landes bräuchte es noch vier diplomierte Pflegekräfte mehr.

Ganz neu geschaffen wurde auch ein „demenzgerechter“ Garten.
Ganz neu geschaffen wurde auch ein „demenzgerechter“ Garten.
- Domanig

Sehr wichtig seien auch die derzeit über 30 Ehrenamtlichen aus allen Verbandsgemeinden, die Bewohner im Heim besuchen, lobt Schermer – wobei man sich über weitere Freiwillige freue.

BM Häusler kündigte schon die nächsten Pläne an: Man wolle das Heim in allen Verbandsgemeinden verstärkt präsentieren, es öffnen und so Ängste abbauen. Zudem strebe man eine stärkere Verschränkung mit dem „Sozial- & Gesundheitssprengel an der Melach“ an, der ca. 200 ältere Bürger betreut. Gemeinsam wolle man vor allem die Kurzzeit- und Übergangspflege weiter ausbauen.