Letztes Update am So, 21.04.2019 09:36

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck

Innsbrucker Veranstaltungszentrum: Online-Petition für neuen „Hafen“

Das Aus des Innsbrucker Veranstaltungszentrums Hafen will Phillip Lechner nicht einfach hinnehmen. In einer Online-Petition sammelt er Unterschriften für eine alternative Location.

Die Hafenära ist Geschichte: Für eine Nachfolgelocation liegt zudem eine Unterschriftenliste (nur offline) bei den Samstagsflohmärkten auf.

© Foto TT/Rudy De MoorDie Hafenära ist Geschichte: Für eine Nachfolgelocation liegt zudem eine Unterschriftenliste (nur offline) bei den Samstagsflohmärkten auf.



Von Brigitte Warenski

Innsbruck — Partys, Konzerte, Treffen von Kulturvereinen, Hochzeiten, Designmärkte, Messen und der wöchentliche Flohmarkt: Über sieben Millionen Besucher haben die Angebote des Veranstaltungszentrums im Westen von Innsbruck in den letzten 25 Jahren genützt, das ohne Subventionen ausgekommen ist.

Während Hafen-Betreiber Alfred Schmid derzeit intensiv auf der Suche nach einer Nachfolgelocation ist, sammelt Veranstalter Phillip Lechner Unterschriften für einen neuen „Ort der Begegnung für junge und alte Menschen unterschiedlichster Herkunft, Interessen und sonstiger Hintergründe, wie es der Hafen war". Fast 2000 Menschen haben die Online-Petition für eine Alternative zum Hafen bereits unterschrieben.

Die vielen Kommentare zeigen, warum sie mit ihrer Unterstützung ein Zeichen setzen wollen. „Innsbruck kann es sich nicht leisten, auch noch die letzten Räume zu verlieren, wo urbane Kultur stattfindet" heißt es. Oder: „Wo darf es in Innsbruck künftig bunt, laut, groß und speziell sein?" und „Weil alles wegkommt und nichts Neues für junge Leute gemacht wird".

Das sieht auch Lechner so, der selbst zahlreiche Veranstaltungen im Hafen organisiert hat. „Nachdem bereits die Stadtsäle und der Weekender weggefallen sind, fehlt es mit dem Abriss des Hafens dann noch mehr an Räumlichkeiten für kleinere oder private Events, bei denen auch das Risiko für die Veranstalter nicht so groß ist. Das Congress oder die Music Hall sind tipptopp, aber eben nicht dafür geeignet, dass z. B. Studenten schnell und leicht ihre coolen Ideen umsetzen können", so Lechner. Ziel der Petition ist für ihn, „dass möglichst viele Menschen auf das Aus aufmerksam gemacht werden".

Ob Lechner die Petition dann Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi übergeben wird, darüber hat er sich noch keine Gedanken gemacht. „Es ist ja für mich das erste Mal, dass ich so eine Unterschriftenaktion initiiert habe." Schmid hofft indessen, dass sich möglichst bald eine Alternative auftut, um mit Sack und Pack umsiedeln zu können. „Wir könnten vieles in einer neuen Location weiterverwenden. Bis Ende August müssen wir mit allem draußen sein und gibt es bis dahin keine Lösung, müssten wir u. a. die Ton- und Lichtanlage und 1400 Stühle verkaufen."

Für Schmid — der ja „kein Haus der Musik braucht" — gäbe es zwei Optionen: entweder ein Areal „und man baut dort Hallen auf, was man heute in zwei, drei Monaten machen kann". Oder es findet sich ein geeignetes leer stehendes Gebäude. Wichtig ist dabei für Schmid, dass die Location in Innsbruck liegt und mit dem Rad gut erreichbar ist und „wir niemandem u. a. lärmmäßig auf die Nerven gehen". Einige Möglichkeiten haben sich laut Schmid bereits aufgetan, „aber die Gespräche sind hier so sensibel, dass ich noch nichts dazu sagen will". Am 9. Mai wird es jedenfalls mehr Klarheit geben, denn da steht ein Treffen mit BM Will­i auf dem Programm.

Phillip Lechner veranstaltet im Hafen noch das „Technogarten – Frühlingserwachen Openair“ mit deutschen DJs (30. April bis 4. Mai) und das große Hafen Closing vom 4. bis 6. Juli.
Phillip Lechner veranstaltet im Hafen noch das „Technogarten – Frühlingserwachen Openair“ mit deutschen DJs (30. April bis 4. Mai) und das große Hafen Closing vom 4. bis 6. Juli.
- Phillip Lechner