Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 30.04.2019


Innsbruck-Land

Schule nimmt psychische Gesundheit in Lehrplan auf

Die NMS Rum stellt den heutigen Tag unter das Motto „Watch your soul“. Ziel ist eine Sensibilisierung für das Tabuthema seelische Probleme.

Die Schule soll ein angstfreier Raum sein, in dem auch seelische Probleme angesprochen werden können.

© Getty ImagesDie Schule soll ein angstfreier Raum sein, in dem auch seelische Probleme angesprochen werden können.



Rum – Ob selbst betroffen oder als Angehöriger psychisch Erkrankter – für Kinder ist der Umgang mit seelischen Problemen kein einfacher. Experten raten daher, in der Familie offen das Thema der seelischen Gesundheit zu besprechen. „Kinder haben feine Antennen“, erklärt Silvi­a Koman, Diplomsozialarbeiterin beim Psychosozialen Dienst der pro mente tirol. „Sie spüren, wenn etwas nicht stimmt, und es entsteht eine Verwirrung, die zu Verhaltens­auffälligkeiten führen kann.“ Gerade in solchen Situationen könne die Schule sehr viel Halt geben – vorausgesetzt sie ist ein angstfreier Raum, in dem dieses gesellschaftlich oft noch als Tabuthema behandelte Kapitel auch offen angesprochen werden kann.

Damit sich dafür ein Bewusstsein entwickelt und mögliche Probleme erkannt werden können, hat die Neue Mittelschule Rum gemeinsam mit dem Tiroler Bündnis gegen Depression, der Hilfe für Angehörige psychisch Erkrankter (HPE Tirol) und pro mente einen Aktionstag ins Leben gerufen, und für die rund 230 Schülerinnen und Schüler rückt heute die seelische Gesundheit in den Mittelpunkt des Lehrplans. „Die Zehn- bis 14-Jährigen sollen in Workshops durch Experten der Jugend- und Kinderarbeit altersadäquat sensibilisiert werden“, sagt Schuldirektor Christian Stecher. „Wir wollen unseren Schülern Hilfestellungen geben, wie sie psychische Belastungen frühzeitig erkennen und damit umgehen können.“ Ziel von „Watch your soul“ sei es, ein nachhaltiges Hilfsangebot und Netzwerk an der Schule zu schaffen, so Stecher. Wie wichtig Präventions- und Informationsarbeit an der Schule ist, betont auch Aloisia Wallner von der HPE Tirol: „Je früher eine psychische Erkrankung erkannt und behandelt wird, umso besser sind die Heilungschancen.“

Unterstützt wird der heutige Aktionstag von der Marktgemeinde Rum, dem Schulamt der Diözese und dem Katholischen Lehrerverein. Die Initiatoren hoffen, dass auch andere Schulen die Wichtigkeit der seelischen Gesundheit erkennen und thematisieren. Nähere Informationen dazu gibt es unter www.buendnis-depression.at (np)