Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 30.04.2019


Bezirk Imst

Migration gehört zur Geschichte von Imst

Nach zwei Jahren Arbeit können sich Sabine Schuchter und Kirsten Mayr (sitzend, v. l.) nun zurücklehnen. Dies nicht zuletzt dank der Mitarbeit der einstigen Gastarbeiter.

© DornNach zwei Jahren Arbeit können sich Sabine Schuchter und Kirsten Mayr (sitzend, v. l.) nun zurücklehnen. Dies nicht zuletzt dank der Mitarbeit der einstigen Gastarbeiter.



Zwei Jahre Arbeit haben Sabine Schuchter vom Museum im Ballhaus und Kirsten Mayr vom Imster Integrationsbüro in die nun eröffnete Ausstellung „Zimmer mit Arbeit" gesteckt. Herausgekommen ist ein vielschichtiges Bild der Migrationsbewegung, die vor rund 60 Jahren eingesetzt hat. Anfangs in Spanien, dann in der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien sind die Menschen dem Ruf nach Arbeit gefolgt und haben in den Zeiten des Wirtschaftsaufschwungs mitgeholfen, den Arbeitskräftemangel in der Bau- und Textilwirtschaft sowie im Tourismus zu kompensieren. „Es wurden Arbeitskräfte gerufen und es kamen Menschen", zitiert Julian Ascher, Masterstudent der Geschichte, bei der Vernissage vergangenen Freitag Max Frisch. Die meisten der damaligen „Gastarbeiter" sind wieder in ihre Heimat zurückgegangen, doch einige sind geblieben. Und diesen ganz persönlichen Geschichten geht die Ausstellung im Ballhaus auf den Grund. Neben persönlichen Erinnerungsstücken aus dieser ersten Zeit in der neuen Heimat tragen Dokumente, Fotografien, Statistiken und vor allem Filme und Interviews mit Zeitzeugen dazu bei, sich die damaligen Umstände besser vor Augen führen zu können. (ado)