Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 30.04.2019


Osttirol

Von Telfs bis Lienz: E-Cars über Grenzen nutzen

Die E-Car-Sharing-Netzwerke „Flugs“ aus Osttirol und „flo-mobil“ aus Wörgl tun sich zusammen. Den Nutzern stehen damit 21 Autos von Telfs bis Lienz zur Verfügung.

Gerhard Dummeldinger von den Stadtwerken Wörgl besiegelt die Partnerschaft mit Jürgen Trutschnig und Albert Pichler von der Regionalenergie Osttirol (v. l.). Das Kennzeichen von Zell am See auf dem flo-mobil kommt daher, dass das Fahrzeug geleast ist.

© OblasserGerhard Dummeldinger von den Stadtwerken Wörgl besiegelt die Partnerschaft mit Jürgen Trutschnig und Albert Pichler von der Regionalenergie Osttirol (v. l.). Das Kennzeichen von Zell am See auf dem flo-mobil kommt daher, dass das Fahrzeug geleast ist.



Von Catharina Oblasser

Lienz, Wörgl – Immer mehr Menschen fahren nicht mit dem Pkw auf Urlaub, sondern reisen öffentlich an ihr Ziel. Vor Ort wäre es aber trotzdem praktisch, ein Auto zur Verfügung zu haben. Andere wiederum besitzen gar keinen eigenen Wagen, doch an bestimmten Tagen ist ein Auto trotzdem erforderlich.

Für diese Fälle haben sich Car-Sharing-Systeme entwickelt, oft kommen dabei Elektroautos zum Einsatz: So wie beim „Flugs“, den die Regionalenergie Osttirol betreibt. Oder beim „flo-mobil“ der Stadtwerke Wörgl. Mit 1. Mai schließen sich die beiden Netzwerke zusammen. Das bedeutet für die Kunden ein größeres Angebot über Bezirksgrenzen hinweg, erklären Jürgen Trutschnig von „Flugs“ und Gerhard Dummeldinger von „flo-mobil“.

„Mit einer Karte kann man alle E-Cars der beiden Systeme benutzen, der Preis ist einheitlich“, sagt Trutschnig. Dummeldinger fügt hinzu: „Umständliche Neuregistrierungen entfallen. Am Ende des Monats kommt eine gemeinsame Abrechnung.“ Wer bisher schon Kunde des einen oder anderen Anbieters war, für den ändert sich anmeldetechnisch nichts.

Mit dieser Mitgliedskarte lässt sich das gebuchte Elektroauto über die Windschutzscheibe entsperren.
Mit dieser Mitgliedskarte lässt sich das gebuchte Elektroauto über die Windschutzscheibe entsperren.
- Oblasser

Die Flugs-Flotte, die in Lienz stationiert ist, hat sieben Elektroautos, flo-mobil verfügt über zwölf Fahrzeuge in den Bezirken Innsbruck, Innsbruck-Land, Schwaz und Kufstein. Beide Anbieter haben weitere E-Autos, die sie Firmen oder Gemeinden exklusiv zur Verfügung stellen – in Osttirol sind das Fahrzeuge für die Gemeinden des Defereggentals, für Virgen und für das Aufbauwerk der Jugend in Nikolsdorf. Die Zahl der Stammkunden beträgt beim Flugs etwa 120, sagt Jürgen Trutschnig. Das flo-mobil hat sich laut Gerhard Dummeldinger einen Kundenstock von rund 400 Personen aufgebaut.

Auch an der Tarifschraube hat man gedreht. Neben der Vereinheitlichung der Nord- und Osttiroler Sharing-Systeme ist ein Nachttarif eingeführt worden. Damit sollen Kunden, die mit dem E-Car heimfahren und das Auto erst am nächsten Morgen zurückgeben, günstiger fahren als bisher. Eine Notfall-Hotline darf ebenfalls nicht fehlen. Dass der E-Car-Mieter beim Anruf dieser Nummer nach Hannover verbunden wird, passt zur Strategie. „Wir haben das Ziel, noch viel internationaler vernetzt zu werden“, sagt Dummeldinger. Mehr Infos sind auf www.regional­energie-osttirol.at und auf flo-mobil.com abrufbar.

So viel kostet das E-Car-Sharing

Gemeinsamer Tarif. Das neue E-Car-Sharing-Netzwerk, das „Flugs" und „flo-mobil" bilden, hat einen gemeinsamen Tarif.

Gelegenheitsnutzer. Wer sich nur ab und zu ein Elektroauto ausleiht, kann den „Flex"-Tarif nutzen. Es gibt keine Grundgebühr. Pro Stunde fallen fünf Euro an, dazu kommen 20 Cent pro gefahrenen Kilometer.

Vielfahrer. Im Tarif „Premium" gibt es eine Grundgebühr von 4,90 Euro pro Monat, der Kilometer kostet 20 Cent. Der Stundensatz beträgt je nach Auto zwei Euro (Renault) oder drei Euro (BMW). Über Nacht (20 bis 7 Uhr) ist es billiger.