Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 05.05.2019


Tirol

Neue Schule in der Sillgasse, aber kein Geld für Möbel

Mit in den Schulneubau in der Innsbrucker Sillgasse muss das gebrauchte alte Mobiliar, also Tische und Stühle, die derzeit auch in den Ausweich-Containern benützt werden. Der Bund sei da laut Bildungsdirektor strikt.

Direktor Harald Pittl im Container-Ausweichquartier. Diese Stühle und Tische müssen auch mit in das neue Schulgebäude. Nun sucht man nach Lösungen.

© Thomas Boehm / TTDirektor Harald Pittl im Container-Ausweichquartier. Diese Stühle und Tische müssen auch mit in das neue Schulgebäude. Nun sucht man nach Lösungen.



Von Brigitte Warenski

Innsbruck – Der Abriss des Gymnasiums Sillgasse in Innsbruck geht zügig voran, die Schüler fühlen sich im Container-Ausweichquartier im Westen der Stadt wohl. Im Herbst 2021 soll es zurückgehen an den Standort Sillgasse, wo rund 850 Schüler und 100 Lehrer in einen Neubau um 28 Millionen Euro ziehen dürfen. Doch nicht alles wird „neu“ zum Erstaunen von Eltern, die sich an die Tiroler Tageszeitung gewandt haben.

Mit in den Schulneubau muss das gebrauchte alte Mobiliar, also Tische und Stühle, die derzeit auch in den Containern benützt werden. Tirols Bildungsdirektor Paul Gappmaier ist darüber nicht erstaunt. „Da ist der Bund einfach sehr strikt. Laut Bau- und Fördervorgaben des Bundes – und die Sillgasse ist als Gymnasium eine Bundesschule – darf Mobiliar nur dann neu angeschafft werden, wenn es auch zusätzliche Klassenräume gibt“, erklärt Gappmaier. Und die Sillgasse „neu“ wird nicht mehr Klassenräume bekommen, 34 sind es derzeit und 34 beherbergt auch das geplante Schulgebäude. Für Tirols Bildungsdirektor „ist die Entscheidung des Bundes nachvollziehbar, auch wenn ich mich natürlich über neue Möbel freuen würde“.

Sillgassen-Direktor Harald Pittl beruhigt die Eltern. „Das Mobiliar stammt nicht aus den 70er-Jahren. Es wurde immer wieder erneuert und meines Wissens sind die ältesten Tische und Stühle etwa aus dem Jahr 2000.“ Dennoch wurde in einer Besprechung mit dem Elternverein der Schule laut Pittl über „Möglichkeiten“ nachgedacht. Man stehe zwar erst am Anfang der Ideensammlung, „aber wir haben ja noch bis 2021 Zeit, eine Lösung zu finden“.

Um neues Mobiliar zu finanzieren, ist ein sechsstelliger Eurobetrag notwendig. Vorstellbar wäre laut Elternverein und Direktor zum Beispiel eine Sammelaktion, denn für alle ist klar: Die Mittel für moderne Stühle und Tische sind für den Bund kein Thema und das Land springt nicht ein, weil es nicht Schulerhalter ist. Die Bemühungen um eine kreative Lösung sind groß und Entwarnung gibt es bereits jetzt für spezielle Bereiche. „Funktionsräume wie Physik-, Biologie- oder Musiksaal sind neu und werden daher auch völlig neu bestückt“, freut sich Pittl.

Und auch was die technische Ausstattung betrifft, gibt es laut Pittl keinen wirklichen Grund zur Klage. „Wir haben unter anderem 250 Computer und die sind alle tipptopp.“


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